Keir Starmer beendete seine Amtszeit und gab eine formelle Entschuldigung im Namen des Staates an. Er entschuldigte sich bei den Opfern erzwungener Adoptionspraktiken, die in der Mitte des letzten Jahrhunderts angewandt worden waren. Diese Entschuldigung betraf die Kinder und Mütter, die durch eine Kultur der Scham in den Adoptionsprozess verwickelt wurden.
Zwischen 1949 und 1976 nahmen schätzungsweise 185.000 Babys aus nicht verheirateten Müttern in England und Wales für die Adoption. Diese Praxis resultierte aus einer gesellschaftlichen Verurteilung von Schwangerschaften außerhalb der Ehe. Die Betreuungseinrichtungen wurden meist von religiösen Organisationen geführt, doch die Regierungsbehörden beteiligten sich an der Vermittlung der Kinder.
Die Commons-Bildungskommission forderte die Regierung im März eine formelle Entschuldigung. Die Bericht des Ausschusses legte dar, dass die Regierung die ultimative Verantwortung für den Schmerz und das Leid trug, das durch öffentliche Institutionen verursacht wurde. Die gemeinsame Ausschuss für Menschenrechte hatte bereits 2022 eine staatliche Entschuldigung gefordert und betonte, dass die Regierung für die Verwicklungen der Mütter verantwortlich war.
Über die erzwungene Übergabe ihrer Kinder berichteten Überlebende von den traumatischen Erfahrungen und den anhaltenden Gefühlen der Scham. Erwachsene, die als Kinder aus ihren Müttern entfernt wurden, sprachen von einer schädlichen Erzählung, die lange Bestand hatte, dass die Adoption ihnen gerettet habe. Die Bildungsministerin bestätigte zudem, dass eine lang ersehnte Entschuldigung in Bezug auf diese „beschämende Zeit“ der Geschichte kommen würde.
Die Westminster-Entschuldigung erfolgte drei Jahre nach Entschuldigungen in Cardiff und Holyrood. In Nordirland wurde eine Entschuldigung ebenfalls erwartet, doch diese hing von einer öffentlichen Untersuchung ab, die auf Empfehlungen eines Berichts von 2021 über Mütter- und Babyinstitutionen sowie Magdalene-Waschhäuser folgte. Die damalige konservative Regierung erklärte zwar, dass sie für die Behandlung der Frauen bedauert sei, lehnte jedoch eine formelle Entschuldigung ab, da der Staat diese Praktiken nicht aktiv unterstützt habe.