Die Regierung Albanese bereitete die Einführung eines Budgets vor, das Wohnen als Schutzraum und nicht als Finanzinstrument neu definierte. Diese Änderungen lösten bereits heftige Warnungen aus, dass die Mieten explodieren und das Wohnungsangebot eingeschränkt werden würde. Diese Warnungen wurden jedoch ignoriert.
Es wurde klar, dass die Regierung Änderungen an den Regeln für die Abschreibung negativer Finanzierungen und die Kapitalertragsteuer einführte, um Immobilien für neue Investoren unattraktiver zu gestalten. Für bestehende Immobilieninvestoren boten die sogenannten „Großvater-Bestimmungen“ einen gewissen Schutz vor politischem Widerstand, während Australien sich von einem ungerechten System trennte, ohne es vollständig zu zerstören.
Wenn die geplanten Änderungen – eine Verschärfung der Regeln zur Abschreibung negativer Finanzierungen für zukünftige Käufe und eine weniger großzügige Steuerermäßigung für Kapitalgewinne – bedeuteten, dass eine Immobilie für potenzielle Investoren nicht mehr attraktiv war, war dies kein Problem. Die Marktentwicklungen zeigten, dass die Verteilung der Wohnungsbesitzerträge sich verschob.
Seit 2020 erhöhten Investoren ihren Anteil an neuen Hypotheken von weniger als dreißig Prozent auf über vierzig Prozent, während die Quote der Eigentümerbesitzer sank. Diese Entwicklung war Teil eines langfristigen Trends, da der Anteil des Wohnraums, den Investoren besaßen, über Jahrzehnte stieg.
Die günstigen Steueranreize, einschließlich der fünfzigprozentigen Kapitalertragsteuerermäßigung aus der Ära Howard, verwischten die Unterscheidung zwischen Investoren und Eigentümerbesitzern. Dies führte zu einer Situation, in der es einfacher wurde, eine zweite, dritte oder vierte Immobilie zu erwerben, als die erste. Diese Politikgestaltung stellte ein Problem dar.
Die günstigen Regelungen erlaubten es Investoren, überhöhte Preise für Immobilien zu zahlen, im Wissen, dass sie die Abschreibungen zur eigenen Vorteil nutzten und anschließend durch die Steuerermäßigung reich profitierten. Dies belohnte schlechte Entscheidungen, indem es Investoren ermöglichte, ihre Überzahlungen durch Steuerabzüge zu decken und sie von den Konsequenzen des zu hohen Kaufpreises abzuschirmen.
Obwohl die Wohnungsnot in Australien durch Wohnungsmangel und mangelnde Planung staatlicher und bundesstaatlicher Regierungen verschärft wurde, machten die günstigen Steuerregelungen für Investoren die Lage noch schlimmer. Vorhersagen eines Markteinbruchs oder einer Rentenexplosion basierten auf der Annahme einer Massenflucht der Investoren. In Wirklichkeit bedeutete jede Veräußerung – falls die neuen Richtlinien Veräußerungen verursachten – lediglich, dass die Immobilien zum Verkauf standen und von einem anderen Investor oder einem Eigentümerbesitzer erworben wurden. Es gab keinen Verlust an Wohnraum, und ein weiterer Mieter fand möglicherweise ein dauerhaftes Zuhause.
Da Neubauten, die nach der Budgetnacht erworben wurden, von den Steueränderungen ausgenommen waren, waren Warnungen bezüglich der Auswirkungen auf das Angebot weitgehend unbegründet. Vielmehr waren Investoren möglicherweise enthusiastischer, Neubauten zu unterstützen, als sie es zuvor waren. Die geplanten Änderungen der Regierung waren keine Allheilmittel, doch die Reformen drängten Australien sanft auf einen gerechteren Weg.
In Victoria wurden politische Reformen üblicherweise mit düsteren Warnungen beantwortet, die sich nicht erfüllten. Im Jahr 2023 wurden die achtmal sechs Hunderttausend Immobilieninvestoren des Bundesstaates im Durchschnitt mit einer zusätzlichen Landsteuer von dreitausenddreihundert Euro pro Jahr für den Covid-Schuldenrückzahlungsplan von Victoria belastet. Vermieter beklagten sich, und der Immobilienrat Australiens warnte davor, dass das Mietangebot zurückgehen und die Mieten steigen könnten.
Das Mietangebot in Victoria sank um etwa drei Prozent, von sechshundertachtzigtausend im Juni 2023 auf sechshundertsechzehntausend im Dezember 2024, wobei der Rückgang in den Städten konzentriert war. Die Mieten stiegen nicht, und das Preiswachstum verlangsamte sich von Mitte 2023 bis Mitte 2025 in Melbourne. Obwohl die Mieten in den meisten australischen Städten jährlich um fünf Prozent oder mehr stiegen, geschah dies in Melbourne nicht. Durch weniger verfügbare Mietobjekte wurde erwartet, dass die Mieten steigen würden, doch der Verlust des Angebots wurde durch eine nachlassende Nachfrage ausgeglichen. Mehr Mieter begannen, Häuser zu kaufen.
Victoria besaß bereits mehr Hypotheken für Erstkäufer als andere Bundesstaaten, und diese Führung wuchs seit September 2023, zeigte die Daten des Statistischen Bundesamtes. Andere Bundesstaaten sahen bei den Erstkäufern keine Veränderung. Die Immobilienpreise in Melbourne stiegen ebenfalls langsamer als in anderen Städten. Die stetige Versorgung mit Neubauten half dabei, aber die Daten zeigten auch, dass Melbourne den Investorenboom nicht erlebte, den Brisbane und Perth erlebten.
Die Steuern hatten die Immobilieninvestitionen nicht eliminiert. Die Anzahl der Investoren-Hypotheken in Victoria stieg von 2023 auf 2024 um zehn Prozent, und dann auf 2025 um weitere zwanzig Prozent. Daten des Kreditmarktes zeigten, dass es bis April 2026 noch mehr Investorenkredite gab als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Höhere Investorensteuern halfen den Victoriern, in den Wohnungsmarkt einzutreten, ohne dass ihre Mieten stiegen. Es gab keinen Grund, dass mehr Australier nicht dieselben Vorteile genießen sollten.