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Wirtschaft

Stillstand der Bahn: Die Long Island Rail Road standhaft geschlossen

Streik hält an, Hunderttausende Pendler ohne Verkehr

Der Stillstand des Long Island Rail Road, des größten Pendlerbahnsystems Nordamerikas, erstreckte sich in den zweiten Tag über, nachdem die Gewerkschaftsmitarbeiter zum ersten Mal seit drei Jahrzehnten streikten. Die Bahnlinie, welche die Stadt New York und ihre östlichen Vororte bediente, hörte am Freitag nach Mitternacht den Betrieb ein, als fünf Gewerkschaften, die etwa die Hälfte der Belegschaft repräsentierten, ihre Arbeit niederlegten.

Die Gouverneurin New York, Kathy Hochul, erklärte auf einer Sonntagsbesprechung: „Ich möchte klarstellen, dass ich keinen Streik wollte.“ Hochul verteidigte die Verhandlungen der Metropolitan Transportation Authority (MTA) und betonte, dass die MTA faire Angebote auf den Tisch gelegt hatte. Dennoch berichtete sie, dass für das erste Mal seit dreißig Jahren Hunderttausende von Menschen, die auf die LIRR angewiesen waren, aufgrund des Streiks keinen Dienst erhielten.

Die Gewerkschaften und die MTA, die öffentliche Behörde, welche die Bahn betrieb, verhandelten monatelang über einen neuen Vertrag. Die Gespräche stagnierten vor allem wegen der Frage der Gehälter und der Krankenversicherungsprämien. Die Regierung von Donald Trump versuchte, eine Einigung zu vermitteln, doch die Gewerkschaften durften den Streik am Samstag um 12:01 Uhr beginnen.

Hochul warnte davor, dass nur drei Tage Streik jeden zusätzlichen Gehaltssatz, den die Arbeiter unter einem neuen Vertrag erhalten würden, zunichtemachen würde. Sie appellierte an alle Parteien, wieder an den Verhandlungstisch zu gehen, um eine Einigung zu erzielen. Die MTA plante zudem, ab Montag um vier Uhr morgens Shuttlebusse einzusetzen, um essentielle Mitarbeiter in die Stadt zu bringen. Darüber hinaus bot die Behörde Parkplätze auf dem Citi Field Stadion an, wo Pendler auf die sieben Linien der New Yorker U-Bahn umsteigen konnten.

Der Vorsitzende des Brotherhood of Locomotive Engineers and Trainmen, Kevin Sexton, teilte mit, dass keine neuen Verhandlungen angesetzt wurden und dass die Parteien „weit auseinander“ seien. Der Vorsitzende der MTA, Janno Lieber, äußerte, dass die Behörde den Gewerkschaften alles geboten hatte, was sie wollten, und dass ihm ersichtlich war, dass die Gewerkschaften stets darauf abzielten, auszutreten.

Der Streik, der die erste Unterbrechung der LIRR seit einem zweitägigen Streik im Jahr 1994 darstellte, verursachte Unruhe unter Sportfans, die das bevorstehende Spiel der Yankees und Mets oder die Playoffs der Knicks beobachten wollten. Am Samstagmorgen war der Bahnhof frei von seiner üblichen Betriebsamkeit; nur wenige Dutzend Menschen zogen Gepäck von den Abfahrts- und Ankunftzügen der Amtrak-Züge, welche vom Streik ausgenommen waren. Die Zuganzeigen zeigten „keine Passagiere“, und die Plattformen blieben durch Barrikaden und Schließgatter gesperrt. Werden die Unterbrechungen in die Arbeitswoche hineinziehen, mussten die rund zweihundertfünfzigtausend Pendler alternative Routen zu den Städten finden, was für viele bedeutete, die stark überlasteten Straßen der Region zu durchqueren.

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