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Wirtschaft

Streik in Kenia: Hohe Treibstoffpreise lähmen den Verkehr

Transportbetreiber protestierten gegen Preissteigerungen; Regierung sah den Streik als unbegründet an

Tausende kenianischer Pendler verstarben, da öffentliche Verkehrsträger eine landesweite Streikaktion gegen die jüngsten Anstiege der Kraftstoffpreise durchführten. Die Proteste führten dazu, dass Schlüsselstraßen in der Hauptstadt Nairobi weitgehend leer blieben, was einige Pendler zwang, zu Fuß zur Arbeit zu gehen. In anderen Teilen des Landes erlebten die Auswirkungen der Verkehrskrise ebenfalls erhebliche Folgen. Unternehmen in Teilen Nairobi schlossen ihre Türen, und Schulen forderten die Schüler auf, zu Hause zu bleiben.

Der Streik erfolgte Tage nach der Erhöhung der Erdölpreise durch die Behörden auf Rekordniveau, welche die Kosten um mehr als zwanzig Prozent steigen ließen. Kenia, wie viele andere afrikanische Staaten, verließ sich stark auf Importe aus dem Golf. Diese Lieferroute wurde durch den Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran gestört. Obwohl ein Waffenstillstand verkündet wurde, blieben die Preise hoch, da der Hormus-Straße, durch die ein Fünftel des Weltöls fließt, weiterhin blockiert blieb.

In Teilen Nairobi und im gesamten Land kam es zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten, wobei Pfefferspray zur Streuung eingesetzt wurde. Dies geschah inmitten von Berichten, dass die Demonstranten einige Autofahrer blockierten und belästigten. Vor dem Streik hatten die Organisationen der Transportbetreiber alle Verkehrsteilnehmer, einschließlich privater Autofahrer, Busse und Lkw-Fahrer, zur Vermeidung der Straßen aufgerufen.

Die Transportsektorallianz erklärte, dass diese Maßnahme nicht nur für die Betreiber, sondern für jeden kenianischen Bürger sei. Die Allianz warf der Regierung vor, nicht ausreichend Schutz vor den steigenden Treibstoffkosten zu bieten, inmitten einer breiteren Lebenshaltungskrise. Sie forderten die Rücknahme der Preissteigerungen und eine Reduzierung der Treibstoffpreise um etwa fünfunddreißig Prozent.

Der Finanzminister der Regierung erklärte gegenüber der lokalen Fernsehstation, dass die Preiserhöhungen „bedauerlich“ seien und die Wirtschaft belasteten. Er bezeichnete den Streik jedoch als „völlig unbegründet“ und betonte, dass die Regierung nur Entscheidungen treffe, die „informiert und nicht emotional“ seien. Er stellte die Frage, warum man ein globales Problem mit nationalen Mitteln lösen wolle. Die hohen Treibstoffkosten wurden als Ursache für die Steigerung der Lebensmittel- und Dienstleistungspreise genannt, wobei auch öffentliche Verkehrsmittel die Fahrpreise erhöhten.

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