Tausende junger Menschen nahmen die Straßen der Hauptstadt Delhi in Indien inns. Sie riefen zur Rücktritt des Bildungsministers auf. Die Proteste resultierten aus einer Bewegung, die sich als Cockroach Janta Party (CJP) etablierte und auf die gravierenden Mängel des indischen Bildungssystems hinwies.
Die Bewegung entstand zunächst als satirische Online-Initiative. Der Kreis entwickelte sich jedoch schnell zu einer sichtbaren Jugendbewegung. Abhijeet Dipke, ein politischer Kommunikationsstratege, leitete die Gruppe. Er erklärte, die Bewegung sei als Scherz begonnen worden, doch nach der Bereitstellung eines Anmeldeformulars fanden Zehntausende von Teilnehmern statt. Dies verwandelte die satirische Idee in eine ernsthafte Protestgruppe.
Der unmittelbare Auslöser für die Proteste war die Behandlung von Sonam Wangchuk, einem bekannten Ingenieur und Aktivisten. Wangchuk hatte sich zwanzig Tage lang auf Hungerstreik für die CJP-Partei am Jantar Mantar, einem historischen Observatorium in Delhi, eingesetzt. Als Wangchuk am Samstag zwangsweise ins Krankenhaus gebracht wurde, rief Dipke die Demonstranten auf, am Montag vor das indische Parlament zu marschieren.
Der Name der Partei, Cockroach Janta Party, entstand als Reaktion auf Kommentare des Obersten Richters Surya Kant. Dieser hatte junge, arbeitslose Menschen, die sich der Journalistik und dem Aktivismus zuwandten, als Kakerlaken und Parasiten bezeichnet. Der Name war eine Parodie auf die Bharatiya Janata Party und spiegelte die Kritik an der politischen Landschaft wider.
Im Kern der Proteste standen die Probleme des Bildungssystems. Die CJP kritisierte insbesondere die National Eligibility cum Entrance Test (NEET), die zentrale Zulassungsprobe für medizinische Hochschulen. Nach Vorwürfen von Prüfungslecks und dem anschließenden Abbruch der Prüfung verlor die Prüfung an Glaubwürdigkeit. Die Partei forderte eine umfassende Überarbeitung des Bildungssystems und eine stärkere Rechenschaftspflicht bei mutmaßlichen Prüfungslecks.
Die Proteste hatten eine erhebliche politische Wirkung. Die Demonstration am Montag wurde zu der größten Kundgebung gegen die Regierung von Narendra Modi in jüngster Zeit. Oppositionspolitiker äußerten sich unterstützend. Der Präsident der Kongresspartei beschrieb die Polizeieinsätze als „Angriff auf die Demokratie“. Diese Aktionen zeigten, dass die Bewegung eine bedeutende Herausforderung für die Regierung darstellte.