Die studentischen Proteste in Frankreich erzeugten große Besorgnis in der Regierung. Die jüngsten Aktionen der Jugend führten zu erheblichen Unruhen und Gewalt, welche die politischen Verantwortlichen in Alarmbereitschaft versetzten. Die Regierung sah sich mit einer Bewegung konfrontiert, deren unvorhersehbare Natur die politische Stabilität bedrohte.
Seit den Protesten von 1968 wusste jede Regierung, dass junge Menschen auf der Straße eine Gefahr darstellten. Diese Bewegungen besaßen oft keine klare Struktur zur Verhandlung und konnten sich schnell mit anderen Gruppen verbinden. Die Angst der politischen Führung resultierte aus der Möglichkeit unvorhersehbarer Entwicklungen und den unkalkulierbaren Folgen, falls die Polizei Verletzungen verursachte.
Die aktuelle Lage zeigte sich in Paris und im ganzen Land. In der Region Seine-Saint-Denis verbreitete sich die Bewegung, die vor zwei Wochen begann, rasch. Hundert von Gymnasien wurden blockiert, und in den folgenden Tagen schlossen sich rund vierhundert weitere Schulen, um Personal und Schüler zu schützen. Die Situation eskalierte durch Gewalt: Der Hauptsaal eines Gymnasiums in Nantes wurde durch Feuer zerstört, und zahlreiche kleinere Brände entfachten sich an Schulzugängen. Die Schäden beliefen sich auf Millionen von Euro.
Die Folgen der Eskalation waren gravierend. Laut dem Bildungsminister wurden sechzig Lehrkräfte verletzt, wobei viele von ihnen berichteten, dass sie nicht ihre eigenen Schüler, sondern andere Personen konfrontierten. Zudem wurden etwa dreihundert Polizeibeamte und Feuerwehrleute verletzt, und Tausende von Menschen, hauptsächlich Minderjährige, wurden in Gewahrsam genommen. Studentenorganisationen beklagten eine lange Liste von Personen, die durch die Polizei verletzt worden waren.
Die Forderungen der Studenten bezogen sich auf finanzielle Aspekte, den Mangel an Mitteln sowie auf die Notwendigkeit von mehr Lehrkräften, kleineren Klassen und besseren Gebäuden. Obwohl die Nutzung von Protesten zur Forderung nach Mitteln eine gängige Praxis sei, zeigte sich nun die Notwendigkeit drastischer Maßnahmen. Die Ära der öffentlichen Großzügigkeit zur Entschärfung sozialer Unruhen endete.
Die größere Sorge lag jedoch in der politischen Manipulation. Es bestand die Befürchtung, dass die Proteste durch die rechte Linke, insbesondere durch die Partei LFI und ihren Kandidaten Jean-Luc Mélenchon, gesteuert wurden. Ein interner Bericht der Polizei deutete darauf hin, dass Studenten von linken Kräften und politischen Gruppen angefeuert wurden, um ihre Ideen vor den Nationalwahlen durchzusetzen. Die Strategie bestand darin, die junge Bevölkerung durch ständige Erinnerungen an die Unterstützung der LFI zu mobilisieren.
Ob diese Strategie ausreichen würde, um Mélenchon den Sieg zu sichern, blieb offen. Sollte dies nicht geschehen, stand Frankreich vor einer erheblichen Instabilität. Die jüngsten studentischen Proteste dienten somit als Vorbote für eine potenziell gespaltene Gesellschaft im kommenden Wahljahr.