Die katastrophale Sturzflut an der Grenze zwischen Nepal und Tibet erhöhte die Zahl der vermissten Personen auf über 2.478. Die offiziellen Todeszahlen in Nepal beliefen sich auf 579 Menschen, während die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua sieben Todesfälle in Tibet meldete. Die Lage blieb angespannt, da die genaue Bilanz der Opfer und der Betroffenen noch nicht vollständig ersichtlich war.
Die Rettungsarbeiten erforderten erhebliche Anstrengungen. In Nepal wurden bereits über 3.700 Menschen gerettet, doch Schätzungen zufolge waren mindestens 93.000 Personen von der Katastrophe betroffen. Die Zahl der vermissten Personen auf der nepalesischen Seite betrug 1.924, wobei 517 Ausländer noch unkalkuliert blieben. Die chinesischen Behörden gaben an, 555 Touristen und 499 chinesische Einwohner aus Tibet evakuiert zu haben.
Die logistischen Herausforderungen waren immens. Die Zerstörung von Brücken und Straßen in der bergigen Region erschwerte die Such- und Rettungsoperationen. Nepal forderte von anderen Ländern spezialisierte technische Hilfe für Tunnelrettungen sowie für die Identifizierung und Lagerung von Leichen. Zudem baten die nepalesischen Behörden China und Indien um die schnelle Errichtung von Baubrücken, um den Transport und die Kommunikation in den betroffenen Gebieten wiederherzustellen.
Die Informationslage in Tibet blieb aufgrund strenger staatlicher Kontrolle sehr spärlich. Während die chinesische Seite die Lage als nationale Priorität darstellte und Rettungsmaßnahmen koordinierte, versuchten die Behörden, die öffentliche Wahrnehmung der Ereignisse zu steuern. Die Verwirrung über die genauen Opferzahlen und die Lage der Bevölkerung verstärkte die Unsicherheit.
Internationale Akteure reagierten auf die Tragödie. Das Vereinigte Königreich entsandte ein schnelles Reaktionsteam von speziell ausgebildeten Freiwilligen nach Nepal, um die betroffenen Bürger und ihre Familien zu unterstützen. Die Situation blieb jedoch angespannt, da die Gefahr einer zweiten Flutwelle durch die Entlastung der Wasserreservoirs bestehen blieb.