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Wirtschaft

Schmerzmittel für Opioidabhängigkeit aus Australien zurückgezogen

Kommerzielle Entscheidungen und globale Preispolitik verursachten Chaos in der Pharmaindustrie

Ein lebensrettendes Medikament zur Behandlung der Opioidabhängigkeit in Australien endete mit dem Verkauf Ende des Jahres. Die US-amerikanische Pharmafirma Indivior bestätigte, dass das langwirksame Injektionspräparat Sublocade am 31. Dezember vom Markt genommen wurde. Ein Unternehmenssprecher bezeichnete diese Maßnahme als eine rein kommerzielle Entscheidung. Diese Nachricht löste bei Ärzten und Apothekern Besorgnis aus.

Die Entscheidung erfolgte kurz nach der Entfernung des Medikaments Zoladex aus dem australischen Gesundheitswesen. AstraZeneca hatte das monatliche Implantat für Brustkrebs und Endometriose aus dem PBS und dem privaten Markt entfernt. Beide Unternehmen begründeten ihre Schritte mit mangelnder kommerzieller Tragfähigkeit. Der Gesundheitsminister Mark Butler erklärte zuvor, dass die Preisgestaltung von Arzneimitteln inmitten der US-Politikänderungen in einem enormen Wandel stecke.

Sublocade wurde 2020 in das Pharmaceutical Benefits Scheme (PBS) aufgenommen. Es galt als bedeutender Fortschritt in der Behandlung der Opioidabhängigkeit, da andere Therapien wie Methadon oder Buprenorphin tägliche oder häufige Besuche in der Apotheke erforderten. Sublocade war eine langwirksame monatliche Injektion, die in Apotheken oder bei Hausärzten verabreicht wurde. Ein Arzt aus Melbourne betonte, dass das Produkt für viele Patienten besser sei, da es stabiler sei und länger wirke. Einige Patienten konnten die Dosis auf sechs Wochen oder länger ausdehnen.

Die Gesundheitsbehörde äußerte Bedenken hinsichtlich der Einstellung eines Medikaments. Ein Sprecher betonte, dass die Sicherstellung des Zugangs zu sicheren, wirksamen und erschwinglichen Arzneimitteln oberste Priorität behielt. Er stellte klar, dass die australische Regierung keine Unternehmen zwingen konnte, die Lieferung fortzusetzen, da es sich um Entscheidungen privater Firmen handelte.

Kritiker der US-Politik, die auf das „Most Favoured Nations“-Prinzip verwiesen, argumentierten, dass Pharmaunternehmen ihre Gewinne in den Vereinigten Staaten nicht kompromittieren würden. Sie drohten entweder mit einer Preiserhöhung in kleineren Märkten oder mit dem vollständigen Rückzug aus diesen Märkten, falls höhere Preise nicht von den Regierungen akzeptiert wurden. Dieser Ansatz führte zu einer Verwirrung in der gesamten Industrie und im Gesundheitssektor weltweit, da die Unternehmen neu bewerten mussten, wo sie ihre Medikamente platzieren und zu welchen Preisen sie diese festlegten.

Die Abhängigkeit von Opioiden wie Codein oder Oxycodon war mit einer Reihe von gesundheitlichen und sozialen Schäden verbunden. Daten des australischen Instituts für Gesundheit und Wohlfahrt zeigten, dass im Jahr 2025 57.740 Australier eine Form der Pharmakotherapie zur Opioidabhängigkeit erhielten. Die unterschiedliche Wirkung von Sublocade und Buvidal zeigte, dass die Wahl des Patienten und des Gesundheitsdienstleisters entscheidend für die Behandlung war. Wenn ein Medikament aufgrund unvorhersehbarer Gründe nicht zugänglich war, stellte dies ein großes Problem dar. Das Behandlungsumfeld der Sucht war ein sensibles Ökosystem, das durch diese Entwicklung zusätzlich belastet wurde.

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