Der Bundeshaushalt sieht eine zusätzliche Zusage von 3,8 Milliarden Dollar für die Suburban Rail Loop vor. Dieses Projekt, eine umstrittene und kostspielige Schieneninfrastruktur von 90 Kilometern in Melbourne, wird damit weiter finanziert. Premierminister Anthony Albanese und die Premierministerin Jacinta Allan kündigten die zusätzliche Finanzierung vor dem Haushaltsbeschluss am 12. Mai an, was auch im Vorfeld der Landeswahlen eine politische Bedeutung besitzt.
Die Gesamtbeiträge der Bundesregierung zu diesem Infrastrukturvorhaben überschreiten nun sechs Milliarden Dollar. Die beiden Regierungen befanden sich monatelang in Verhandlungen über weitere Milliardenbeträge aus Canberra. Die Landesregierung gab an, dass eine Option in Betracht gezogen wurde, eine Verpflichtung von 9,3 Milliarden Dollar über ein Jahrzehnt einzugehen.
Die Landesregierung hat bereits etwa 11,8 Milliarden Dollar für die erste Phase der Strecke, bekannt als SRL East, zugesagt. Zudem wurden 13 Milliarden Dollar für Bauverträge unterzeichnet, darunter Aufträge für den Tunnelbau und die Ausrüstung der Tunnel. Ein Konsortium, geführt von John Holland, verantwortete die Ausbauarbeiten und die Installation der Signaltechnik.
Das Projekt wurde von Infrastruktur Australien als Schwerpunktprojekt aufgewertet. Es stand jedoch seit seiner Verpflichtung vor Jahren wiederholt Kritik bezüglich seiner Ursprünge, der Wirtschaftlichkeit und der Gesamtkosten ausgesetzt. Eine unabhängige Analyse schätzte die Kosten für die ersten beiden Phasen des Mega-Projekts auf bis zu 125 Milliarden Dollar bis 2084–85.
Obwohl das Vorhaben als entscheidender Wendepunkt für Melbourne und Victoria dargestellt wurde, äußerten einige Abgeordnete im Landesparlament Bedenken hinsichtlich der enormen Kosten und der Entscheidung, den Bau in den westlichen Vororten zu belassen. Die Opposition im Bund kritisierte die Landesregierung dafür, Gelder von anderen Projekten auf die Suburban Rail Loop umzuleiten, um die Chancen der Landesregierung bei den Wahlen zu verbessern.