Die Rettungsteams eilten zu den Überresten der von zwei Erdbeben in Venezuela zerstörten Gebiete, in denen mindestens 1.450 Menschen starben. Die 96-stündige Zeitspanne, in der Überlebende am wahrscheinlichsten gefunden wurden, endete am Sonntagabend. Dennoch blieben die Teams vor Ort optimistisch und setzten die Suche mit der gleichen Detailtiefe fort, wie sie am ersten Tag angewandt wurde, berichtete der Such- und Rettungsexperte Lee Ivory. Ivory, stellvertretender nationaler Koordinator für die britische Such- und Rettungsdienst UK ISAR, koordinierte die Bemühungen der ausländischen Teams mit den lokalen Kräften in Venezuela.
Zur Lokalisierung von Opfern nutzten die Einsatzkräfte eine Vielzahl von Methoden. Spezialtrainierte Suchhunde dienten dazu, den Geruch potenzieller Opfer aufzuspüren. Diese Hunde konnten den Geruch einer Person identifizieren, selbst wenn diese zehn Meter unter den Trümmern begraben lag. Bei der Entdeckung ließen sie ein „sehr starkes und anhaltendes Bellen“ aus, welches die Retter auf eine mögliche Überlebende hinwies. Die Hunde wurden mit Spielzeugen, die mit menschlichen Gerüchen imprägniert waren, trainiert.
Ebenso wirkten akustische Geräte zur Auffindung von Opfern. Die Experten glaubten, dass eine sehr gute Aufmerksamkeit ausreichte, um Geräusche zu erahnen. Die Teams riefen in die Trümmer hinein und verwendeten lokale Sprachen, um festzustellen, ob sie jemanden hören konnten. Zudem setzten die Teams seismische und akustische Geräte ein, welche darauf abzielten, auch leise Geräusche aufzuspüren. Diese Geräte konnten beispielsweise ein leichtes Kratzen auf Beton erkennen, selbst wenn die Person im Gebäude eingeschlossen war.
Technologische Hilfsmittel spielten eine entscheidende Rolle bei der Durchdringung schwer zugänglicher Bereiche. Technische Suchkameras waren besonders nützlich, da sie in schwer zugängliche Öffnungen eingeführt werden konnten. Einige Kameras nahmen eine dreihundertsechzig-Grad-Ansicht auf, welche auf einem anderen Gerät aufgezeichnet wurde. Videoaufnahmen ermöglichten es den Rettern, mit den Verletzten zu kommunizieren.
Des Weiteren nutzten die Teams thermische Bildgebung. Diese Technik erlaubte es, Personen zu lokalisieren, die nicht direkt im Sichtfeld der Retter lagen. Die Körperwärme der eingeschlossenen Person erwärmte die Umgebung und ermöglichte es den Suchern, durch bestimmte Wände hindurchzusehen. Für die physische Freilegung der Opfer setzten die Teams auch manuelle Werkzeuge ein, wie beispielsweise Sägen und Winkelschleifer, um Beton und andere Hindernisse zu durchbrechen. Schweres Gerät wie Bulldozer und Bagger dienten dazu, mehrere Stockwerke aus Beton zu verschieben, um Zugang zu den eingeschlossenen Personen zu gewinnen. Lokale Teams koordinierten die Nutzung dieser schweren Maschinen für die notwendigen Verschiebungen und Hebungen.