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Politik

Drohnenangriff in Darfur: 35 Tote bei Gerichtssitzung

Menschenrechtsgruppe verurteilte Zielwahl und fordert Untersuchung

Fünfunddreißig Menschen starben bei einem Drohnenangriff der sudanesischen Armee auf eine traditionelle Gerichtssitzung in der Region Darfur im Norden. Eine lokale Menschenrechtsorganisation berichtete über den Vorfall. Mehrere weitere Personen wurden am Nachmittag des Sonntags verletzt. Die Attacke fand im Dorf Ghara al-Zawiya statt, welches von den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) kontrolliert wurde. Die Armee kommentierte den Vorfall nicht.

Die RSF kontrollierte den Großteil Darfur und den Westen des Landes. Die beiden Seiten kämpften in einem dreijährigen Bürgerkrieg, der das Land verwüstete, Zehntausende von Menschen tötete und Millionen von ihren Wohnsitzen vertrieb. Ein Zeuge zitierte die Nachrichtenagentur AFP, der berichtete, dass die Gerichtssitzung unter einem Baum stattfand und von lokalen Gemeindeführern besucht wurde. Dem Zeugen zufolge waren unter den Toten vier Stammesführer und zwei RSF-Kommandanten.

Die Organisation Emergency Lawyers Group, welche Gewalt gegen Zivilisten überwachte, forderte eine Untersuchung des Drohnenangriffs. Sie verurteilte die Zielwahl der Gerichtssitzung und bezeichnete Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur als einen „schwerwiegenden Verstoß gegen das internationale humanitäre Recht“. Die Gruppe betonte, dass Drohnen zunehmend zur Zielung ziviler Gebiete und Versammlungen eingesetzt wurden, was die Risiken für die Bevölkerung erhöhte.

Die RSF wurde zudem in Bezug auf Kriegsverbrechen beschuldigt, darunter Drohnenangriffe auf Zivilisten in den letzten drei Jahren. Eine UN-Feststellungsmission hatte den Angriff der RSF auf El-Fasher, eine der Hauptstädte Darfurs, im vergangenen Jahr den „Stempel des Völkermordes“ verliehen. Die RSF wies diese Anschuldigungen jedoch zurück.

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