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Sudan: Flüchtlinge in El-Obeid bedroht, RSF-Kämpfer avancieren

Humanitäre Lage verschärft sich bei funktionierender Belagerung

Tausende Menschen, welche Zuflucht in der Stadt El-Obeid suchten, fanden sich erneut unter Bedrohung. Die paramilitärischen Kämpfer der Rapid Support Forces (RSF) bereiteten einen Angriff auf die von der Armee kontrollierte Stadt vor. Die Auseinandersetzungen zwischen der RSF und den Streitkräften eskalierten in der Region Nord-Kordofan, einem entscheidenden Ziel beider Seiten im Konflikt, welches einen Zugang zu umkämpftem Territorium eröffnete.

Vertriebene Menschen strömten in El-Obeid, welches trotz anhaltender Angriffe durch paramilitärische Truppen von der sudanesischen Armee stark verteidigt blieb. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) erklärte, dass die Stadt zu einem zentralen Zufluchtsort für Personen geworden war, welche vor der andauernden Gewalt in den umliegenden Gebieten flohen. Satellitenbilder zeigten, dass das Hauptlager für Vertriebene seit März signifikant expandiert hatte, wobei Hilfsorganisationen täglich Dutzende neuer Ankömmlinge meldeten.

Mohamed Refaat, Chefmission der IOM in Sudan, betonte die prekäre Lage: „Familien hatten keine sicheren Optionen mehr, um sich selbst zu schützen. Viele waren bereits zuvor vertrieben und mussten nun erneut ihre Häuser, ihren Lebensunterhalt und ihre Unterstützungsnetzwerke zurücklassen.“ Die Vereinten Nationen und die G7-Außenminister stellten Warnungen aus, dass die RSF den Angriff auf die Stadt vorbereitete, was die Befürchtung weckte, dass Gräueltaten, ähnlich jenen, die während des Massakers in El-Fasher stattfanden, wiederholt würden.

Die RSF führte im Juni eine Rekordzahl von Luftangriffen auf die Stadt durch. Die Zahl der Angriffe sank erst im Juli, da die paramilitärischen Kräfte auf sudanesische militärische Angriffe in anderen Teilen des Landes reagierten. Trotz dieser Angriffe wuchs das Lager in El-Obeid weiter, da Hunderte neuer Zelte seit März errichtet wurden. Die Vereinten Nationen schätzten, dass über 83.000 Zivilisten aus anderen Teilen des Bundesstaates flohen und Zuflucht in der Stadt suchten.

Die Bedingungen in El-Obeid verschlechterten sich dramatisch. Die UN warnte letzte Woche fast 400.000 Menschen in der Umgebung der Stadt vor Nahrungsmittelknappheit. Dies geschah nach einem anhaltenden Versuch der RSF-Kommandanten, Versorgungslinien in die Stadt für Monate abzuschneiden, was von einem UN-Beamten als „funktionale Belagerung“ bezeichnet wurde. Hilfsorganisationen berichteten, dass Versorgungsconvoy, welche die Stadt erreichen wollten, durch Luftangriffe angegriffen wurden und Flugzeuge mit Hilfsgütern am Flughafen eingestellt wurden.

Die Nahrungsmittel- und Wasserknappheit wurde durch Luftangriffe der RSF auf kritische Infrastruktur verschärft. Verifizierte Aufnahmen zeigten eine massive Explosion an einer Tankstelle im Herzen der Stadt nach einem solchen Angriff, und Satellitenbilder zeigten Schäden an Stromstationen und Lagerhäusern im Marktdistrikt. Obwohl die Drosselung der Luftangriffe die Lage in der Stadt verbesserte, blieb die Situation extrem unvorhersehbar, da die Brennstoffknappheit weiterhin ein Problem darstellte.

Kämpfer und Führungen der RSF versprachen in verifizierten Aufnahmen wiederholt, die Stadt zu übernehmen. Ein Kommandant zeigte eine Angriffswaffe und versprach, dass die Truppen bald Kampf in El-Obeid erlebten. Gleichzeitig äußerte Volker Türk, der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Bedenken hinsichtlich der Verfolgung und Feindseligkeit, welche die Vertriebenen in El-Obeid von den Einheimischen erlebten, da Befürchtungen aufkamen, dass RSF-Sympathisanten die Stadt infiltrierten.

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