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Kultur

Autorin von „The Polygamist“ erlangte globalen Erfolg und thematisierte Machtungleichgewichte

Die Adaption für eine Streaming-Plattform beleuchtete die mangelnde Autonomie von Frauen in patriarchalen Strukturen

Als Sue Nyathi ihren Debütroman „The Polygamist“ den Verlagen übermittelte, glaubten diese, es gäbe keinen Markt für das Buch, welches einen verheirateten Mann und die Frauen beschrieb, die er verführte. Die Autorin fand jedoch ihren eigenen Herausgeber, Setzer und Künstler und veröffentlichte 2012 fünfhundert Exemplare selbst. Dieses Werk entzog den Erwartungen der Verlage und wurde zu einem grossen Erfolg. Das Buch wurde nun für eine Streaming-Plattform adaptiert und fand sich in den zehn meistgesehenen Serien der Plattform in über sechzig Ländern unter den Spitzenreitern, wobei es in den Vereinigten Staaten den zweiten Platz erreichte. Eine Schauspielerin aus Hollywood berichtete, dass sie die Serie in einer „Erstickung“ sah und alle zweiundzwanzig Episoden an einem Tag durchsah.

Nyathi betonte jedoch, dass das Buch keine einfache Erzählung über Polygamie darstellte. Die traditionelle Praxis war ihr nicht fremd; ihre Familie hatte über Generationen hinweg polygame Strukturen. Ihr Grossvater besaß fünf Ehefrauen, und ihr Urgrossvater elf. Ihre Grossmutter leitete als Matriarch eine Farm, auf der die Ehefrauen zusammen lebten und die Neuankömmlinge oft selbst wählten. Nyathi erklärte, dass es keine inneren Konflikte gab, da jeder seine Rolle kannte. Die Lösung lag in der praktischen Aufteilung der Arbeit, sowohl körperlicher als auch emotionaler Anstrengungen. Jeder wusste, wer welche Funktion innehatte.

Nyathi beobachtete jedoch, dass Männer, die sich monogam versprachen, tatsächlich polygame Leben mit geheimen Frauen und Haushalten führten. Dies war die Polygamie ihres Romans, die sie als „modernisierte oder pervertierte Version“ der Praxis bezeichnete, welche auf Täuschung statt auf Zustimmung beruhte. Sie kritisierte das Fehlen von Handlungsfähigkeit: „Was ich ablehne, ist der Mangel an Handlungsfähigkeit. Es ist falsch, wenn die Zielposten verschoben werden, sobald man drinnen ist.“

In der Erzählung glaubte die Heldin Joyce, sie habe in eine Verbindung aus einem Mann und einer Frau geheiratet, doch ihr Ehemann Jonasi heiratete und gründete mit drei anderen Frauen hinter ihrem Rücken Haushalte. Es gab keine Offenbarung; Joyce erkannte, als die Geheimnisse sich ansammelten und die Leben der Frauen miteinander verwoben wurden, dass ihre Vorstellung einer monogamen Ehe eine Farce war. Die Frage, wer die Macht zur Verhandlung besaß, durchzog die gesamte Handlung. Jonasi war ein wohlhabender Geschäftsmann, der in einer patriarchalischen Gesellschaft über alles entschied. Die Frauen hatten dadurch weniger Autonomie und waren demnach exponiert, wobei Altersunterschiede dieses Ungleichgewicht verstärkten.

Die Geschichte thematisierte auch die Gefahr von Gewalt und Missbrauch. Eine Angelegenheit bezüglich sexueller Sicherheit durchzog die Erzählung, da man bei solchen Dynamiken keine Mitsprache in einer Beziehung hatte. Nyathi betonte, dass die Serie ein Spiegel der Gesellschaft sei und die gelebte Realität vieler Menschen widerspiegele. Sie zeigte, wie sich gesellschaftliche Vorstellungen verändern und wie Praktiken korrumpiert werden können. Durch die Darstellung reicher schwarzer Afrikaner als Protagonisten öffnete sie die Augen vieler Menschen, die bisher eine stereotype Sichtweise auf das Sein Afrikaner hatten. Die Verwendung der Zulu-Sprache in der Produktion verstärkte diese Wirkung, da die englische Sprache nicht dieselbe kulturelle Tiefe besitze.

Die Autorin berichtete von den Schwierigkeiten, als Schriftstellerin Fuß zu fassen. Sie musste verschiedene Berufe untereinander jonglieren, um ihre Zeit für das Schreiben zu finden. Sie betonte, dass das Schreiben ein Luxus sei, den die meisten Menschen nicht sichern konnten, und dass die Motivation niemals Geld sein dürfe. Sie forderte junge Frauen auf, mit dem Schreiben aus Liebe zu beginnen, da die Anerkennung zwar schnell kommen konnte, die Arbeit jedoch über viele Jahre hinweg geleistet werden musste.

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