Seoul verkündete, dass die jährlichen gemeinsamen militärischen Übungen mit den Vereinigten Staaten verkürzt wurden. Die Verteidigungsministerin kündigte an, dass die „Periode und der Umfang“ der Übung Ulchi Freedom Shield für das Jahr 2026 aufgrund eines „Vorschlags der US-Seite“ angepasst worden waren. Die Übung endete somit am 21. August anstatt wie geplant am 27. August.
Diese Entscheidung erfolgte im Kontext der jüngsten politischen Entwicklungen. Donald Trump hatte Pläne zur Kürzung von Übungen mit Südkorea angekündigt und dies mit seiner „sehr guten“ Beziehung zu Kim Jong Un, dem nordkoreanischen Führer, begründet. Der südkoreanische Außenminister Cho Hyun erklärte auf einer parlamentarischen Anhörung, dass weder südkoreanische noch US-amerikanische Beamte über Trumps Pläne im Voraus informiert worden waren.
Darüber hinaus wurde der Komponenten des gemeinsamen Feldtrainings der Übungen „teilweise in Umfang reduziert“, so Seoul. Die genauen Details dieser Reduktion standen zu diesem Zeitpunkt noch in Diskussion.
Die Ankündigung folgte auf Aussagen von US-Beamten an die Wall Street Journal. Diese Beamten berichteten, dass Trump seine Mitarbeiter auf ein Treffen mit Kim Jong Un drängte. Quellen informierten die Zeitung, dass der US-Präsident privat über eine persönliche Besprechung mit Kim während seiner nächsten Reise nach Asien sprach, die voraussichtlich im November im Rahmen der Asien-Pazifischen Wirtschaftskooperation in China stattfand.
Trump äußerte sich in seiner Nachricht auf Truth Social kritisch zu den Übungen. Er betonte, dass diese nicht nur kostspielig seien, sondern auch ein Signal sendeten, das „völlig unpassend und feindselig“ sei. Er erwähnte zudem, dass er den Präsidenten Südkoreas fragte, ob sie sich bei der Entnuklearisierung der Islamischen Republik Iran anschließen wollten, woraufhin diese ablehnten.
Der US-Präsident verknüpfte seine Entscheidung explizit mit der Weigerung Südkoreas, „uns eine kleine Hilfe“ bei den iranischen Angelegenheiten zu leisten. Er erklärte, dass Südkorea keine Unterstützung bei einer „sehr einfachen militärischen Operation“ im Iran leiste. Dies geschah kurz nach einer gemeinsamen Pressekonferenz der Militärführer, bei der die Ulchi Freedom Shield als ähnlich groß wie in früheren Jahren mit etwa 18.000 südkoreanischen Soldaten und etwa 28.500 amerikanischen Militärpersonal durchgeführt werden sollte.
Im selben Rahmen sprachen die Militärführer auch über den Einsatz von Truppen durch Nordkorea zur Unterstützung Russlands im Krieg gegen die Ukraine. Die Botschaft des nordkoreanischen Außenministeriums verurteilte die gemeinsamen Übungen als „Probe für einen aggressiven Krieg“.