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Politik

Schweden: Premierminister setzte IVF-Förderung als Wahlkampfthema

Angesichts rekordverdächtiger Geburtenrate sank die Fruchtbarkeitsrate auf historisch niedriges Niveau.

Der Premierminister Schwedens, Ulf Kristersson, setzte die In-vitro-Fertilisation (IVF) in den Mittelpunkt seiner Wiederwahlkampagne. Dies geschah angesichts einer rekordverdächtigen sinkenden Geburtenrate im Land. Kristersson versprach, dass seine Partei, die Moderaten, die Regierungsmacht behielt, auch zusätzliche Kinder durch IVF finanzieren würde. Diese Zusage richtete sich an weibliche Wähler, um die demografische Krise zu adressieren.

Die Fruchtbarkeitsstatistik zeigte, dass die Geburtenrate in Schweden im vergangenen Jahr auf 1,42 gesunken war. Dies stellte das niedrigste Niveau seit 1749 dar. Kristersson erklärte, dass dies ein Niveau sei, das Schweden noch nie erreicht hatte. Er vermutete, dass viele Menschen keine Kinder wollten, aber auch, dass viele jene Kinder nicht bekamen, die sie sich wünschten. Die aktuelle Gesetzeslage erlaubte den Versuchenden zur ersten Geburt sechs Runden kostenloser IVF, jedoch wurden zusätzliche Kinder nicht finanziert. Kristersson versprach jedoch, auch Versuche zur Familiengründung mehrerer Kinder zu fördern.

Die Debatte um die Rolle von Politikern in privaten Lebensbereichen löste bei Beobachtern Kritik aus. Gleichzeitig nahm die Regierung die demografische Entwicklung sehr ernst. In Anlehnung an die norwegische Politik beauftragte sie eine Studie, um den Trend umzukehren. Die Gesundheitsministerin betonte, dass die Situation die Lebensqualität und die psychische Gesundheit der Bürger beeinträchtigte. Sie verwies auf die Tatsache, dass ein Sechstel der Paare in Schweden unwillkürlich kinderlos sei. Die Oppositionspartei Sozialdemokraten forderte zwar mehr Unterstützung für Familien, warnte jedoch davor, IVF für Geschwister als kurzfristige politische Manöver zu nutzen.

Experten äußerten jedoch Skepsis hinsichtlich der Wirksamkeit dieser Strategie. Ein Soziologe bemerkte, dass die geringere Kinderzahl weniger auf politische Maßnahmen als auf kulturelle Veränderungen zurückzuführen sei. Er argumentierte, dass das Werden zum Elternteil oft mit anderen Lebensbereichen konkurrierte. Eine Politikwissenschaftlerin stellte fest, dass die Wahlversprechen zwar ein symbolisches Zeichen für die Überlegung der Moderaten bezüglich Frauen seien, aber wenig materiellen Einfluss auf die Wählerschaft hätten. Entscheidend sei die Stabilität der Koalitionspartner, nicht die IVF-Strategie selbst.

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