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Wirtschaft

Verzögerungen am Sydney-Flughafen: Personalmangel und Systemkrisen

Mangel an Fluglotsen und Rekrutierungsprobleme führten zu gefährlichen Zwischenfällen

Die Passagiere, die den Sydney-Flughafen bereisten, erlebten bereits vor dem Vorfall erhebliche Verspätungen. Am Sonntag entkam ein Jetstar-Flug knapp einer Kollision mit einem Flugzeug der Qatar Airways auf dem Rollfeld. Dieser Vorfall beleuchtete die tiefgreifenden Probleme, welche die Luftverkehrskontrolle und den Personalbestand am Flughafen betrafen.

Am Vortag verzögerten sich über 150 Flüge, da der Flughafen mit einem Mangel an Flugverkehrskontrollieren kämpfte. Die Untersuchung des Vorfalls zeigte, dass die Situation der Dienstpläne äußerst fragil war. Während der Vorfall selbst untersucht wurde – ein Flugverkehrskontrollierer und ein Wagenlenker wurden vorläufig für obligatorische Tests zur Drogen- und Alkoholvergiftung suspendiert – lenkte das Ereignis den Fokus auf die gravierenden Personalengpässe bei der Verwaltung des Luftverkehrs, der Abflüge und Landungen.

Der Gewerkschaftsvertreter der Flugverkehrskontrollierer, Scott Nugent, erklärte, dass das Problem darin lag, dass nicht genügend Kontrollierer vorhanden waren, um die Basisdienstpläne zu füllen, bevor Urlaubstage zur Verfügung standen. Er betonte, dass die Dienstpläne nur durch Überstunden gefüllt werden konnten, was den Betrieb aufrechtzuhalten bedingte. Er berichtete, dass die Mitarbeiter an die Grenze der Erschöpfung gelangt seien, da sie so viele Überstunden leisteten, dass sie erschöpft waren. Um die Sicherheit zu gewährleisten, erhöhten die Verantwortlichen den Abstand zwischen den Flugzeugen, als die Personaldecke gering war, und reduzierten die Anzahl der Flugzeuge, die gleichzeitig operieren durften.

Ein wesentlicher Faktor für die aktuelle Lage war ein Programm aus der Pandemiezeit, welches viele erfahrene Mitarbeiter dazu veranlasste, die Airservices Australia, die Organisation, die für die Verwaltung der Lufträume zuständig war, im Jahr 2021 zu verlassen. Bei den Flugbeschränkungen verließen 140 Beschäftigte im Alter von 56 Jahren oder älter die Organisation. Obwohl die Organisation eine umfangreiche Rekrutierungsoffensive startete, konnten die Einstellungen den Bedarf nicht decken.

Trotz attraktiver Einstiegsgehälter für qualifizierte Flugverkehrskontrollierer – die Erfahrungswerte erreichten fast dreihunderttausend Dollar – kämpfte die Airservices seit der Pandemie mit der Besetzung von Stellen. Ein Vorfall im Februar 2024, bei dem zwei Flugverkehrskontrollierer nicht zur Arbeit erschienen, verursachte eine Kaskade von Verspätungen und Absagen im ganzen Land. Die Organisation versuchte gleichzeitig, Lücken in den Dienstplänen zu schließen und bereitete eine Transformation hin zu einem neuen Flugverfolgungscomputer vor. Zudem führte eine Überprüfung der Arbeitskultur zu dem Ergebnis, dass 27 Prozent der Mitarbeiter im Jahr 2023 in den letzten zwölf Monaten Mobbing erlebt hatten.

Die Ausbildung neuer Kontrollierer stellte eine weitere Hürde dar. Ein neu qualifizierter Mitarbeiter konnte nach achtzehn Monaten Training nur in einer Position am Sydney-Turm arbeiten. Die Ausbildung für die internationale Luftfahrt erforderte zusätzliche Qualifikationen, was die Besetzung dringender Stellen erschwerte. Nugent erklärte, dass nur ein sehr kleiner Teil der Bewerber den Auswahlprozess durchlief. Es dauerte etwa zwei Jahre, um einen Kontrollierer auszubilden, und die Auswahlverfahren waren sehr streng. Die Organisation erwog verschiedene Trainingsstandorte, um die Rekrutierung zu erleichtern und die Ausbildungsmöglichkeiten zu erweitern.

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