Der Tunnelbau des M6-Projekts in Sydney, der als potenziell unmöglich galt, erlebte eine Unterbrechung. Die Arbeiten an den zwei 4 Kilometer langen Tunneln, welche Sydney mit dem weiteren Straßennetz verbanden, stoppten nach dem Auftreten von Einstürzen und geologischen Problemen. Die Verzögerung betrug zwei Jahre, bevor die staatliche Regierung eine Einigung mit den Auftragnehmern erzielte, welche die Bauarbeiten wieder aufnahm.
Die Krise entstand im März 2024, als zwei große Einstürze oberhalb und unterhalb eines Industriegebiets in Rockdale auftraten. Diese Ereignisse führten zu einer Verwirrung im Projekt. Unterirdische Arbeiten an den Tunneln, die Kogarah und Arncliffe verbanden, wurden im Juni 2025 vollständig eingestellt. Die Auftragnehmer, die für den Abschluss des M6-Projekts zuständig waren, erklärten, dass sie die Arbeiten einstellen mussten, nachdem eine „hochwinkelige Umkehrstörung“ im Grundgestein entdeckt worden war.
Die Eskalation der Situation wurde im Mai 2025 durch die Veröffentlichung einer E-Mail durch die Sydney Morning Herald befeuert, welche die Aufgabe des gemeinsamen Unternehmens bekannt gab. Dies zeigte, dass die beteiligten Parteien über die Zuständigkeit für die Kosten des Projekts stritten. Die Regierung erklärte, dass das Konsortium – bestehend aus CPB, Ghella und UGL – zugestimmt hatte, keine vertraglichen Ansprüche gegen den Staat für die Kosten der Einstürze geltend zu machen.
Die neue Vereinbarung beendete den zweijährigen Streit zwischen der Regierung von New South Wales und dem Konsortium. Das private Unternehmen übernahm die Kosten für den Abschluss der Tunnelarbeiten, wodurch die finanzielle Belastung für die Steuerzahler begrenzt blieb. Der Leiter der NSW-Straßenverwaltung erklärte, dass das Konsortium die Arbeiten unverzüglich wieder aufnehmen würde, ohne dass zusätzliche Kosten für die Öffentlichkeit entstanden.
Um die verbleibenden 250 Meter des Grabens zu bearbeiten, nutzten die Auftragnehmer die Technik des „Jet-Grouting“. Diese Methode verwendete Hochgeschwindigkeitsflüssigkeit, um den Boden zu erodieren, und die entstandene Höhle wurde mit Grout gefüllt, um ein Verbundmaterial zu bilden. Ein Ingenieur kritisierte jedoch, dass die gesamte Situation vermeidbar gewesen sei. Er betonte, dass die zweijährige Pause ein systemisches Versagen der Regierungen darstellte, da notwendige geologische Voruntersuchungen vor der Unterzeichnung der großen Infrastrukturverträge vernachlässigt worden seien.