Syngenta, der Hersteller des Herbizids Paraquat, zog den Verkauf dieses Stoffes in Australien zurück. Die Entscheidung erfolgte, weil neue Vorschriften die kommerzielle Tragfähigkeit des Produkts beseitigten. Das Unternehmen erklärte, dass die regulatorischen Einschränkungen in Kombination mit einer komplexen und zunehmend teuren Lieferkette das Herbizid unrentabel machten.
Die Maßnahme folgte den neuen Beschränkungen, welche die australische Behörde für Pflanzenschutzmittel und Veterinärmedizin (APVMA) im Juni verhängt hatte. Paraquat, das seit Jahrzehnten von der Schweizer Firma produziert wurde, war über die Jahre mit Parkinson-Krankheit in Verbindung gebracht. Das Pestizid war in über 70 Ländern verboten und in der Europäischen Union seit 2007 untersagt.
Die APVMA hatte zwar festgestellt, dass die Exposition durch zugelassene Anwendungen das Risiko einer Parkinson-Erkrankung nicht erhöhte, sie verhängte jedoch neue Auflagen zur Bewältigung akuter Expositionen und zur Reduzierung der Risiken für Tiere. Die neuen Vorschriften verlangten beispielsweise den Ausstieg aus der Verwendung von Rückenstrahlern, die Einführung zusätzlicher persönlicher Schutzausrüstung für die Anwender sowie eine deutlich niedrigere maximale Anwendungsrate pro Hektar.
Syngenta gab an, dass die neuen Regelungen die Nutzung des Pestizids in einer signifikanten Anzahl von Anwendungsfällen beschränkten. Das Unternehmen hatte ursprünglich geplant, die Versorgung über einen Drittanbieter fortzusetzen, doch die neuen Vorschriften und die gestiegenen Kosten der Lieferkette machten den Verkauf unmöglich. Generische Paraquat-Produkte blieben jedoch für lokale Landwirte verfügbar.
Vertreter der Getreideproduzenten Australiens äußerten sich hinsichtlich der Unsicherheit, die die Entscheidung für lokale Erzeuger schuf. Sie betonten, dass die Ausmusterung wichtige Fragen über die zukünftige Investition in den Markt aufwarf. Sie warnten davor, dass Unternehmen bei mangelndem Wert der Produktbeibehaltung Risiken eingingen, während gleichzeitig dringend weitere Mittel zur Bewältigung der Herbizidresistenz benötigt wurden.