Die Regierung Tasmaniens entschuldigte sich für einen jahrzehntealten Skandal. Dieser betraf die heimliche Aufbewahrung und die Ausstellung von Körperteilen, die aus Autopsien entnommen wurden, ohne die Zustimmung der Familien. Die Unrechtmäßigkeiten wurden im vergangenen Jahr aufgedeckt, als eine Untersuchung ergab, dass zwischen 1966 und 1991 Pathologen 177 menschliche Proben, die bei Autopsien gesammelt wurden, aktiv beschafften, bevor sie einem Universitätsmuseum übergeben wurden.
Diese Proben wurden dem Museum ohne Genehmigung der Familienangehörigen oder der Koronern, die für die Leichen verantwortlich waren, übergeben. Bei einer parlamentarischen Sitzung entschuldigte sich der Gesundheitsminister für den „anhaltenden Schmerz, die Wut, den Kummer, die Trauer und das Trauma“. Er betonte, dass die tiefgreifenden Auswirkungen dieser Praktiken auf die Angehörigen der Verstorbenen bis heute andauerten.
Für Cheryl Springfield war die Entschuldigung ein willkommener Schritt, doch sie erklärte vor den lokalen Medien, dass dies nicht alles korrigiere. Sie betonte, dass die Situation zwar in die richtige Richtung ging, aber die Verbrechen nicht vollständig beseitigt wurden. Die Tragweite des Vorfalls zeigte sich in den persönlichen Schicksalen der Betroffenen, wie bei ihrem Bruder David Maher, der 1976 starb, und bei John Santi, dessen Verwandte herausfanden, dass Teile seines Gehirns gestohlen worden waren.
Bedenken hinsichtlich der im University of Tasmania RA Rodda Museum in Hobart ausgestellten Proben wurden erstmals 2016 geäußert, nachdem drei Knochenproben vermutet wurden, ohne die Zustimmung der Familien. Dies führte dazu, dass der Staatskoronner im April 2023 eine Untersuchung der Sammlung des Museums anordnete. Nach monatelangen Ermittlungen legte der Koronner seine Ergebnisse im September vor.
Der Koronner Simon Cooper stellte fest, dass der nun verstorbene forensische Pathologe Dr. Royal Cummings den grössten Teil der Koronerspezien an das Museum geliefert hatte. Er merkte jedoch an, dass auch seine Vorgänger und Nachfolger diese Praktiken betrieben. Es erschien dem Koronner zudem, dass Pathologen Proben aus Koronautopsien aktiv beschafften, um sie dem Museum zu übergeben. Die 177 Proben, darunter Organ- und Gewebeproben, wurden 2018 aus der Ausstellung entfernt.