Der Vorsitzende des Konzerns SK Group wurde von einem südkoreanischen Gericht zur Zahlung von 944 Milliarden Won (etwa 644 Millionen US-Dollar) an seine Ex-Frau verurteilt. Dieses Verfahren, das die lokale Presse als „Scheidung des Jahrhunderts“ bezeichnete, betraf die Vermögensaufteilung zwischen den Ehepartnern. Das Urteil selbst stand noch aus der endgültigen Festlegung.
Die Entscheidung erfolgte über eine Ehe, die nach der Enthüllung, dass der Vorsitzende ein Kind mit einer anderen Frau hatte, zerbrochen war. Das Urteil folgte auf eine frühere Anordnung, bei der dem Vorsitzenden Chey Tae-won im Jahr 2024 eine Zahlung von 1,38 Billionen Won an Roh Soh-yeong geschuldet wurde.
Das Verfahren berührte komplexe rechtliche Aspekte. Rohs Anwälte argumentierten erfolgreich, dass Chey erhebliche Hilfe von Roh Tae-woo, dem Vater der Ex-Frau, erhalten hatte. Roh Tae-woo diente als Präsident des Landes zwischen 1988 und 1993. Das Gericht hatte festgestellt, dass der starke Mann Chey 1991 30 Milliarden koreanische Won aus seinem „Schmiergeldkasten“ entnommen hatte und Chey zur Zahlung von 1,38 Billionen Won an seine Ex-Frau aufgefordert hatte.
Das Oberste Gericht hob dieses Urteil jedoch im vergangenen Jahr auf. Es entschied, dass die Schmiergelder illegal erworben worden seien und somit nicht als Vermögen des Paares betrachtet werden konnten. Dieser Vorgang erregte große Aufmerksamkeit in Südkorea.
SK Group entwickelte sich von einem Textilunternehmen im Jahr 1953 zu einem der größten Konzernverbände Südkoreas. Heute war es der zweitgrößte Chaebol nach der Samsung Gruppe. Das Unternehmen genoss globale Bedeutung, als seine Tochtergesellschaft SK Hynix im Zentrum des Aufschwungs der künstlichen Intelligenz (KI) stand. Der Chiphersteller überschritt im Mai den Wert von 1 Billion Dollar auf dem südkoreanischen Aktienmarkt.
Als der Wert von SK Hynix stieg, stieg auch der Status von Chey und dem SK Group. Präsident Lee Jae Myung lobte Chey bei der Enthüllung eines wegweisenden KI-Investitionsplans und bezeichnete ihn und den Samsung-Vorsitzenden JY Lee als „Helden des koreanischen Volkes“. Das Unternehmen verzeichnete zudem eine bedeutende Erhöhung seiner Aktien durch ein ausländisches Unternehmen in den Vereinigten Staaten.