Ein Teenager aus Brisbane wurde beschuldigt, ein Polizeifahrzeug als Rampe für einen BMX-Stunt in einer Kirche der Scientology-Gemeinschaft genutzt zu haben. Dieser virale Akt fand am 9. Mai statt, als Hunderte von Menschen versammelt waren, um einen sogenannten „Scientology-Speedrun“ durchzuführen. Die Szene entwickelte sich chaotisch, als die Teilnehmer versuchten, so schnell wie möglich durch das Gebäude zu gelangen, bevor die Sicherheitskräfte sie aufholten.
Dieser Trend basierte auf der Übernahme von Spielmechaniken in die reale Welt. Die Teilnehmer rannten in die Gebäude, um zu messen, wie weit sie gelangen konnten, und filmten die Versuche zur anschließenden Bewertung. Im Spielkontext bedeutete ein „Speedrun“ das rasche Erledigen einer Ebene. Bei diesem Phänomen nahmen reale Gebäude die Rolle von Karten ein, Sicherheitsleute wurden zu nicht spielbaren Figuren und Türrahmen fungierten als Kontrollpunkte, wobei Likes und Teilungen als Belohnung dienten.
Nachdem die Teilnehmer entdeckten, dass die Eingangstür verschlossen war, verlagerte sich ihre Aufmerksamkeit auf die nächste Herausforderung: die anwesenden Polizeibeamte. Zeppelin Witheridge, 18 Jahre alt, wurde beschuldigt, sein Fahrrad über die Motorhaube eines Streifenwagens zu schießen. Zuschauer jubelten, filmten und veröffentlichten die Szene, was den Stunt viral machte. Obwohl zu diesem Zeitpunkt keine Verhaftungen erfolgten, führten die viralen Aufnahmen zu Anklagen gegen Witheridge, der Mitglied der freestyle-BMX-Gruppe „Ween Crew“ war.
Die Kirche der Scientology bezeichnete dieses Verhalten als „organisierte Hausfriedensbruch“ und Belästigung. Einige Zentren nahmen drastischere Maßnahmen, indem sie die Türgriffe von außen entfernten, um den Trend einzudämmen. Die Online-Herausforderung hatte jedoch reale Konsequenzen für Witheridge, der am Freitag vor dem Magistrates Gericht Brisbane erschien. Gegen ihn wurden Anklagen wegen öffentlicher Belästigung, des Fahrens eines Fahrzeugs ohne angemessene Sorgfalt und des Nichttragens eines Helms beim Radfahren erhoben.
Der Stunt in Brisbane war Teil einer globalen Modeerscheinung, die in Los Angeles begann und sich seitdem in London, Edinburgh, New York und Vancouver verbreitete. Bei jedem Vorfall zielten die Teilnehmer darauf ab, lokale Zentren für einen „Speedrun“ zu inszenieren, wobei sie Tipps und Baupläne im Internet austauschten und sich in Kapuzen und Gesichtsschutzmasken verkleideten, bevor sie in die Gebäude stürmten.