Telstra litt weiterhin unter Störungen, die die Kommunikation und den öffentlichen Verkehr in Australien beeinträchtigten. Während des Donnerstagsmorgens berichteten Kunden, die versuchten, die Notrufnummer zu wählen, über Fehlermeldungen. Das Telekommunikationsunternehmen bestätigte, dass ein sekundäres Problem, das aus dem nationalen Ausfall am Mittwoch resultierte, weiterhin die Anrufe beeinflusste. Einige Nutzer erhielten eine Fehlermeldung und ihre Geräte versuchten, sich mit einem alternativen Netzwerk zu verbinden.
Der Kommunikationsminister Anika Wells erklärte gegenüber der ABC-Radio, dass in einigen Fällen Anrufe direkt an eine Nachrichtenbank geleitet wurden und andere 000-Anrufe nicht durchgingen. Sie betonte, dass die Probleme weitgehend behoben seien, aber Restprobleme bestanden. Telstra bedauerte den entstandenen Schaden für die betroffenen Bürger.
Bis 6:30 Uhr am Donnerstag reduzierte Telstra die Häufigkeit des sekundären Notrufproblems um 90 Prozent. Dennoch forderte der Minister für Industrie Tim Ayres eine hundertprozentige Lösung. Die Störungen des Telekommunikationsanbieters verursachten erhebliche Verwerfungen im gesamten Land.
Die Auswirkungen erstreckten sich auf den öffentlichen Verkehr. Alle Züge des regionalen Eisenbahnnetzes in Victoria blieben am Donnerstagmorgen suspendiert, auch während der morgendlichen Hauptverkehrszeit. Laut dem Vorstand von V/Line störte das 4G-Netzwerk von Telstra die Satellitentelefone, welche in den Zügen zur Verfügung standen, wenn das Mobilfunknetz nicht verfügbar war. Auch in New South Wales wurden regionale Züge am Donnerstagmorgen unterbrochen, wobei Busse die Fahrten ersetzten. Einige Strecken, wie die Southern Highlands und Hunter Lines, setzten ihre Dienste jedoch wieder auf.
Telstra führte die Probleme am Mittwoch auf einen Softwarefehler zurück, welcher den „GPS-Knoten“ zurücksetzte. Dieser Server lieferte dem Rest der Organisation die exakten Zeitangaben. Der Software-Reset veränderte die Zeit und die Synchronisation, welche auf das gesamte Telstra-Netzwerk übertragen wurden. Das Unternehmen führte über 300 Sozialprüfungen durch, da Tausende von Kunden am Mittwoch keine Anrufe tätigen oder Daten abrufen konnten.
Die Aufsicht über Telekommunikationsunternehmen erhöhte sich in den letzten Jahren. Nach tödlichen Vorfällen bei Optus im September 2025, welche Hunderten von Anrufen in vier Bundesstaaten betrafen, wurden neue Regeln von der australischen Kommunikations- und Medienbehörde erlassen. Diese Vorschriften verlangten von den Anbietern, bei Ausfällen detailliert über den Beginn, die Wiederherstellung und die Ursache zu berichten. Die Branche stand somit unter verstärkter Beobachtung.