Die Hinrichtungen in Tennessee wurden für den Rest des Jahres gestoppt. Gouverneur Bill Lee äußerte sich enttäuscht über die fehlerhafte Ausführung der Todesstrafe, die Christa Pike erlitt. Zwei Versuche, die Verurteilte durch tödliche Injektion zu exekutieren, scheiterten, da Pike überlebte und ins Krankenhaus gebracht wurde.
Lee bezeichnete die mangelhafte Durchführung als eine der „ernsthaftesten Verantwortlichkeiten“ des Bundesstaates und ordnete eine unabhängige Überprüfung der Verfahren an. Die Behörden versicherten, dass die Untersuchung der fehlerhaften Hinrichtung gründlich erfolgen würde, wobei Lee betonte, dass die Öffentlichkeit Antworten auf die zahlreichen Fragen erhalten müsse.
Die Prisonbeamten versuchten am Mittwoch, Pike zwei tödliche Dosen Pentobarbital zu verabreichen. Dennoch überlebte sie, was zu einer Unklarheit über ihren Gesundheitszustand führte. Pike, die 50 Jahre alt war, wurde 1996 wegen des Mordes verurteilt. Sie war die erste Frau in Tennessee, die in über zweihundert Jahren hingerichtet wurde.
Die Anwälte von Pike argumentierten, dass sie nach der fehlerhaften Ausführung „lebensrettende Maßnahmen“ benötigte. Das Tennessee Department of Correction verteidigte die Durchführung der Hinrichtung und erklärte, dass das Protokoll strikt befolgt worden sei. Es betonte, dass die in dem Protokoll verwendete Substanz konsistent wirksam gewesen sei und keine zusätzlichen Verfahren erlaubt hätten.
Die Angelegenheit löste politische Debatten aus. Senatorin Marsha Blackburn, die für den Gouverneursposten kandidierte, bezeichnete die Situation als „tragisch“ und forderte die Wiederaufnahme der elektrischen Hinrichtung. Dem Demokraten Jerri Green hingegen kritisierte sie, die Rückkehr einer der grausamsten Formen der Strafvollstreckung zu wollen, und forderte eine Moratorium für alle zukünftigen Hinrichtungen.