Thailand reduzierte die Aufenthaltsmöglichkeiten für Touristen drastisch, um Kriminalität, die durch ausländische Staatsbürger begangen wurde, einzudämmen. Die Behörden verkündeten, dass die Dauer der visafreien Aufenthalte für Besucher aus über neunzig Ländern gekürzt wurde. Dies geschah angesichts einer Reihe hochkarätiger Verhaftungen, die Fälle von Drogenverbrechen, Menschenhandel sowie die unrechtmäßige Führung von Unternehmen wie Hotels und Schulen ohne die erforderlichen Genehmigungen umfassten.
Die Tourismusbranche bildete die Grundlage der thailändischen Wirtschaft, doch die Zahl der ausländischen Besucher erreichte ihre Vorkrisenwerte nicht. Die Regierung sah sich gezwungen, Maßnahmen zu ergreifen, da die aktuellen Regelungen es einigen Personen ermöglichten, das System auszunutzen. Die thailändische Regierung beschloss daher, die visafreien Aufenthalte für Reisende aus bestimmten Ländern zu verkürzen.
Die neue Dauer der visafreien Aufenthalte wurde auf eine Länderbasis festgelegt. Die meisten ausländischen Staatsbürger erhielten nun Aufenthalte von maximal dreißig Tagen, während einige nur fünfzehn Tage berechtigt waren. Der Tourismusminister Surasak Phancharoenworakul erklärte, dass die Aufenthaltsdauer individuell entschieden wurde.
Touristen konnten Visa erneut beantragen, indem sie ein Einwanderungsbüro besuchten. Ein Regierungssprecher teilte mit, dass die automatische 60-Tage-Regelung aufgehoben wurde. Die Reisenden mussten nun den Grund für eine Verlängerung ihrer Aufenthaltsdauer darlegen, da die Erneuerung durch den zuständigen Beamten entschieden wurde.
Der Außenminister Sihasak Phuangketkeow erklärte zuvor, dass die Reduzierung der visafreien Aufenthalte Teil einer umfassenderen Maßnahme zur Bekämpfung transnationaler Kriminalität war. Er betonte, dass die Regierung keine spezifischen Länder anvisierte, sondern Personen, die das Visasystem missbrauchten, um Straftaten im Land zu begehen. Die Regierung betonte, dass die touristischen Vorteile zwar existierten, aber das aktuelle Schema von einigen Personen zur Ausbeutung nutzte.
Obwohl der Tourismus über zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts Thailands ausmachte, blieben die Besucherzahlen unter den vorpandemischen Niveaus. Die Einreisenden sanken im ersten Quartal dieses Jahres um etwa 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Besucherzahlen aus dem Nahen Osten sanken dabei um fast ein Drittel, wie die Regierungsdaten zeigten. Trotz dieser Herausforderungen erwartete die Regierung für dieses Jahr etwa 33,5 Millionen ausländische Touristen.