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Justiz

Tod in Sydney: Gefängniseinheit wegen mangelnder Sicherheit geschlossen

Untersuchung enthüllte marode Bedingungen und hohe Todesrate in der Inhaftierung

Ein 19-jähriger Mann starb in einer Gefängniseinheit in Sydney. Die Einrichtung wurde von einem unabhängigen Überwachungsorgan empfohlen, wegen der mangelnden Sicherheit zu schließen, da sie schlichtweg kein sicheres Umfeld bieten konnte. Der Mann befand sich in Untersuchungshaft und wartete auf eine Anhörung oder eine Verurteilung, als er am Sonntag im Metropolitan Special Programs Centre (MSPC) des Long Bay Correctional Centre selbst das Leben nahm. Die zuständige Behörde gab an, dass das Personal eine medizinische Reaktion einleitete, der Mann jedoch von den Rettungskräften am Sonntag als verstorben erklärt wurde.

Die Corrective Services NSW und die Polizei untersuchten den Vorfall. Ein Sprecher erklärte, dass jeder Todesfall in Haft unverzüglich dem Coroner von New South Wales gemeldet und einer verpflichtenden, strengen öffentlichen Untersuchung unterlag. Letztes Jahr verzeichnete New South Wales eine Rekordzahl an Erwachsenen in Untersuchungshaft sowie eine Rekordzahl an indigenen Erwachsenen in Haft. Auch die Todesfälle unter indigenen Personen in Haft erreichten einen Rekordwert.

Der Inspektor für Verwaltungsverfahren in Dezember hatte drei von fünf Einheiten im Long Bay – darunter das MSPC – für eine dauerhafte Schließung empfohlen, nachdem diese in den Jahren 2023 und 2024 inspiziert worden waren. Der Bericht beschrieb die Räumlichkeiten des MSPC als heruntergekommen und klein, mit wenig natürlichem Licht und Belüftung. Es wurde festgestellt, dass die Unterkünfte den Wetterbedingungen und extremen Temperaturen ausgesetzt waren. Der Inspektor Fiona Rafter notierte, dass „schimmelige Wände, verrostetes Mobiliar und Beweise für Nagetiere“ vorhanden waren. Zudem beobachtete sie „Verankerungspunkte in den Zellen in allen Bereichen“.

Der Bericht betonte, dass das Alter und der Zustand des MSPC es den Inhaftierten, insbesondere jenen mit Bedürfnissen aufgrund von Behinderung, Alter, Schwäche und psychischer Erkrankung, schlichtweg nicht in einem sicheren Umfeld halten konnte. Es folge die klare Empfehlung zur Schließung der Einrichtung.

Die Abteilung gab eine formelle Antwort auf den Bericht im März. Es gab insgesamt 39 Todesfälle in Haft in New South Wales im Jahr 2025. Zwölf dieser Todesfälle betrafen Angehörige der Ureinwohner, was ein Rekordwert darstellte. Zweiundzwanzig Prozent aller Todesfälle erfolgten durch Ertrinken, obwohl Millionen investiert worden waren, um Verankerungspunkte in den Zellen zu entfernen. Die Untersuchung zeigte somit, dass trotz umfangreicher Maßnahmen die Gefängnisbedingungen weiterhin gravierende Mängel aufwiesen.

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