Militanten entführten in Nordost-Nigeria über fünfzig Kinder aus drei Schulen in derselben Stadt. Lehrer und Anwohner berichteten über die brutale Tat. Die meisten der vermissten Personen waren zwischen zwei und fünf Jahren alt.
Zeugen, die die Angriffe am Freitagmorgen in Mussa, Borno-Staat, sahen, gaben an, dass die Verdächtigen die Kinder als menschliche Schutzschilde nutzten, während sie auf Motorrollern flohen. Diese Taktik verhinderte, dass Sicherheitskräfte Schüsse abfeuern konnten.
Die Entführungen fanden an der staatlichen Sekundarschule Mussa Central Primary School sowie an der Grundschule des State Universal Basis Education Board (SUBEB) statt. Einige Berichte deuteten darauf hin, dass die Angriffe die Merkmale von Boko Haram aufwiesen, der islamistischen Gruppe, welche die Kontrolle über die Region gegen ihre Rivalen, die Islamic State West Africa Province (Iswap), anstrebte.
Dunama, der Schulleiter der Mussa Central Primary School, berichtete, dass er Schüsse hörte, bevor bewaffnete Männer die Schule stürmten und die Kinder abnahmen. Er erklärte, dass 34 Kinder – meist Vorschulkinder unter fünf Jahren – von den Angreifern aus ihren Klassenzimmern ergriffen wurden.
Anwohner, die unter Anonymität blieben, sagten, dass die mutmaßlichen Militanten die Schulen kurz nach dem Verlassen der Truppen auf Patrouille auf Motorrollern anriefen. Zeugen berichteten, dass die Schützen sporadisch feuerten und die Anwohner zwangen, Schutz zu suchen. Viele Eltern sahen hilflos von einem nahegelegenen Hügel aus, wie ihre Kinder auf Motorrollern verladen und fortgetragen wurden.
Die überwiegend landwirtschaftlich geprägte Gemeinschaft, die ohnehin wirtschaftlich kämpfte, appellierte dringend an die Regierung, Hilfe bei der sicheren Rückkehr der Kinder zu leisten. Dunama, der Kontakt zu den Sicherheitskräften pflegte, bestätigte, dass Truppen vor Ort seien und Bemühungen zur Verfolgung der Entführer fortsetzten.