Tommy Robinson, mit dem rechtlichen Namen Stephen Yaxley-Lennon, etablierte sich als ein bekannter politischer Aktivist in Großbritannien und Europa. Seine Präsenz in Interviews führte jedoch in Australien zu erheblichen Spannungen. Robinson nahm seinen Namen von einem Fußballhooligan an, um seine Identität und frühere Verurteilungen zu verschleiern. Er identifizierte sich als anti-islamischer, rechtsextremer Aktivist und war eine zentrale Figur bei Demonstrationen wie der „Vereinigung des Königreichs“ in London.
Robinson begann seine Aktivität, nachdem er seinen Job als Ingenieurlehrling verlor, nachdem er einen Polizeibeamten angegriffen hatte, der versuchte, seine Freundin zu schützen. Im Jahr 2009 gründete er die angeblich islamfeindliche English Defence League (EDL), welche Demonstrationen im ganzen Land organisierte. Er erlitt 2011 erneut eine Verurteilung wegen Körperverletzung bei einer Demonstration in Birmingham.
Seit seinem Ausscheiden aus der EDL wandte sich Robinson als unabhängiger Journalist und schrieb für eine Plattform, die Verschwörungstheorien verbreitete. Er fokussierte sich auf sexuelle Grooming-Gruppen und wiederholte die Behauptung, Muslime hätten das Land „für Jahrzehnte terrorisiert“. Robinson akkumulierte weitere Verurteilungen wegen Gewalt, Ordnungswidrigkeiten sowie wegen finanzieller und Einwanderungsbetrügereien. Er wurde 2024 inhaftiert, weil er falsche Behauptungen über einen syrischen Flüchtling wiederholte.
Die politische Positionierung Robinsons war explizit islamophobisch. Er forderte wiederholt die Entfernung von Muslimen aus Großbritannien und bezeichnete diese als „faule Schandfresser“ und rief zur „Kriegsführung“ gegen den Islam auf. Seine Rhetorik spekulierte oft über Gewalt, wobei er jedoch nicht direkt zur Anstiftung aufrief. Während der Unruhen in Großbritannien nach den Vorfällen in Southport äußerte Robinson, der Angriff sei „mehr Beweis dafür, dass der Islam ein psychisches Problem und nicht eine Religion des Friedens sei“, und er verbreitete online falsche Behauptungen über den Verdächtigen.
Robinson verwendete oft verschlüsselte Sprache, nutzte Begriffe wie „einheimisch“ für weiße Menschen und den Begriff „Invasor“ für nicht-weiße Bevölkerungsgruppen. Er propagierte die „Remigration“, eine weiße Suprematiepolitik, die darauf abzielte, nicht-weiße Bürger aus europäischen Ländern zu entfernen. Er arbeitete zudem als Berater für einen populistischen MEP und wurde von Milliardären finanziert, um Berichte für seine Plattform zu veröffentlichen.
Die Kontroverse eskalierte durch das Interview mit Karl Stefanovic. Stefanovic gewährte Robinson eine Stunde nahezu ununterbrochene Sendetijd, was ihm eine ungehinderte Plattform zur Wiederholung von Falschinformationen gewährte. Stefanovic konfrontierte Robinson nicht und bestätigte seine Behauptungen über seinen Mut und seine Beharrlichkeit. Diese unreflektierte Haltung verstärkte die Kritik an der unangefochtenen Verbreitung von Lügen. Robinson äußerte sich auch zu Australien und lobte Pauline Hanson, was die globale Reichweite seiner politischen Botschaften unterstrich.