Der Kadaver eines toten Buckelwal, dessen Rettungsversuch viele in Deutschland fesselte, wurde an Land gezogen. Die sterbende Kreatur fand auf der dänischen Insel Anholt eine neue Ruhe. Zeitgenössische Aufnahmen, die von der deutschen Nachrichtenplattform News5 veröffentlicht wurden, zeigten den Wal, wie er mittels einer Industriegleitschackle langsam an einen Strand auf der Insel Anholt fuhr. Die Umweltbehörde Dänemarks plante eine postmortale Untersuchung am Donnerstag, um die Todesursache festzustellen.
Mehrere Versuche erfolgten, den Wal – genannt „Timmy“ und „Hope“ – zurück in die Nordsee zu bringen, nachdem er im März in der Ostsee feststeckte. Dennoch galt das aquatische Säugetier bereits als erkrankt und kurz vor dem Tod, als ein letzter, verzweifelter Versuch im Mai unternommen wurde. Die Größe des Wals, ursprünglich etwa zwölf bis fünfzehn Meter lang, nahm durch die Gasbildung während der Zersetzung zu, und es bestand die Sorge, dass der Kadaver explodieren könnte, wie es bei an Land gespülten Walkadavern bekannt war.
Morten Abildstrøm, Beamter der dänischen Umweltbehörde auf Anholt, erklärte gegenüber der Tageszeitung Jyllands Posten, dass der Wal nach der Entnahme von Proben durch Tierärzte und Forscher in die Teile geschnitten würde. Diese Fragmente wurden anschließend an andere Orte transportiert, um sie zu vernichten. Der Kadaver wurde bereits im Mai vor der Küste von Anholt entdeckt, zwei Wochen nach einem privaten Rettungsversuch, der scheiterte, den Buckelwal von der deutschen Ostseeküste zu retten. Die deutschen Behörden hatten diesen Versuch trotz der geringen Erfolgsaussichten genehmigt, da der Wal bereits durch seine Strapazen und die geringe Salzkonzentration der Ostsee geschwächt war.
Der Rettungsversuch nutzte aufblasbare Kissen, um das Tier an die Oberfläche zu ziehen, bevor es auf einer schwimmenden Plattform zurück in die Nordsee gezogen wurde. Die genaue Art und Weise, wie der Wal auf einer Insel vor der Küste von Ostjuttland Dänemarks landete, blieb jedoch unklar. Die Barke, die das Tier von Deutschland wegräumte, ließ es etwa 70 Kilometer vom nördlichen Ende Dänemarks in die See ab. Die Dringlichkeit der Entsorgung des Leichnams resultierte daraus, dass der Wal nun auf einem beliebten Strand lag.
Beamte versuchten zuvor, den Kadaver vom Strand zum Hafen Grenaa auf dem dänischen Festland zu verlegen, doch dies scheiterte aufgrund schlechter Wetterbedingungen. Die gesamte Vorgeschichte fesselte die Deutschen seit Beginn und ließ die Inselbewohner auf Anholt durch das anhaltende Interesse verwirrt zurück. Der Wal war zunächst in der Lübecker Bucht auf der deutschen Nordküste gestrandet, nachdem er anscheinend in Netze geraten war. Deutsche Umweltarbeiter befreiten ihn zunächst von einem Sandbank, indem sie einen Kanal grub, damit er schwimmen konnte. Er schwamm jedoch weiter nach Osten und geriet auf der Insel Poel in flache Gewässer fest.