Im Zuge des wachsenden Tourismusinteresses in der Region Westsahara stieß die Bewerbung durch Marokko auf erhebliche rechtliche Bedenken. Dakhla, eine Stadt an der Schnittstelle zwischen Sahara und Atlantik, präsentierte sich als attraktives Reiseziel. Dennoch befand sich die Region in einem langwierigen territorialen Streit, dessen rechtlicher Status international umstritten blieb. Die Vereinten Nationen klassifizierten das Gebiet als ein „nicht selbstverwaltetes Territorium“, was bedeutete, dass die lokale Bevölkerung keine Selbstverwaltung ausüben konnte.
Marokko beanspruchte etwa achtzig Prozent der Westsahara und betrachtete sie als Teil seines souveränen Territoriums, nannte sie seine „südlichen Provinzen“. Diese Position führte zu Kritik von Menschenrechtsorganisationen und Rechtsexperten, welche die Vermarktung der Region als marokkanisches Gebiet als Legitimation der Besatzung betrachteten. Sie argumentierten, dass dies die internationale Rechtsordnung verfälschte und Fragen der Unternehmensverantwortung in politisch sensiblen Gebieten aufwarf.
Die Besucherzahlen in den marokkanisch kontrollierten Gebieten Westsaharas stiegen in den letzten sieben Jahren um über fünfzig Prozent. Diese Entwicklung wurde durch die Ausweitung der Luftverbindungen angeheizt. Fluggesellschaften wie Ryanair und Transavia Frankreich bedienten direkte Routen von Madrid, Paris und den Kanarischen Inseln. Währenddessen betonte die Fluggesellschaft Binter Canarias, die Flaggschiffgesellschaft der spanischen Kanarischen Inseln, die korrekte Bezeichnung der Region als Westsahara.
Experten betonten, dass Unternehmen, die die Region als marokkanisch vermarkten, ein Risiko eingingen. Sie riskierten nicht nur Verstöße gegen das Völkerrecht und das Recht der Sahrawi-Völker auf Selbstbestimmung, sondern auch Probleme im Bereich des Verbraucherschutzes und der fairen Wettbewerbsregeln der Europäischen Union. Einige Buchungsplattformen fügten den Informationen hinzu, um Reisenden eine fundierte Entscheidung zu ermöglichen und sie zur Konsultation der offiziellen Reisehinweise ihrer Regierungen zu rufen.
Die politische Lage blieb angespannt. Die Polisario Front, die den unabhängigen Westsahara forderte, sah in den Tourismusprojekten eine Form der Zwangshandlung durch Marokko. Sie betonte, dass Investitionen in die Region die Willensbildung der Sahrawi-Völker nicht ersetzen konnten. Die internationale Gemeinschaft suchte nach einer politischen Lösung unter UN-Aufsicht, doch die Forderungen der Polisario Front nach Autonomie blieben unberührt.