Die Aufsichtsbehörde für Ethik und Integrität forderte eine grundlegende Überarbeitung der Transparenzgesetze. Sie betonte, dass sämtliche Lobbytätigkeiten von Regierungsmitgliedern, Assistenten und leitenden Beamten öffentlich deklariert werden mussten. Diese umfassende Änderung zielte darauf ab, das Vertrauen in das Standardsystem wiederherzustellen. Eine Überprüfung, die von Doug Chalmers geleitet wurde, rief nach einem neuen Register auf, welches aufzeigte, wer Lobbyarbeit betrieb, welche politischen Ziele verfolgt wurden und mit wem in der Regierung Kontakt aufgenommen wurde.
Chalmers erklärte, dass die derzeitige Lobbylandschaft die erforderliche Transparenz nicht lieferte und somit die Nolan-Grundsätze verfehlte. Er argumentierte, dass das bestehende Register nur einen geringen Teil der Lobbyaktivitäten erfasste und die Art und Weise der Einflussnahme nicht offengelegt wurde. Die Überarbeitung sollte eine weitreichende Gesetzgebung erfordern, um die vollständige Offenlegung aller Aktivitäten zu gewährleisten.
Die Empfehlungen der Kommission umfassten mehrere Kernpunkte. Es wurde gefordert, dass jede Einzelperson oder Organisation, die Lobbytätigkeiten betrieb, sich registrierte und Berichte über ihre Aktivitäten einreichte. Des Weiteren sollte die Kommunikation mit Sonderberatern, Generaldirektoren und anderen Regierungsberatern offengelegt werden, anstatt nur die Kommunikation mit Ministern und Sekretären zu erfassen. Es sollte auch die Schließung von Schlupflöchern erfolgen, die es Lobbyisten erlaubten, sich nicht zu registrieren, beispielsweise bei Umsatzsteuerbefreiungen oder bei „zufälligen“ Kontakten.
Ein weiterer zentraler Vorschlag betraf die Erfassung informeller Kommunikationswege. Es wurde gefordert, dass auch Lobbyarbeit, die über informelle Kanäle wie Messaging-Dienste oder bei Parteikonferenzen stattfand, deklariert werden müsse. Die Berichte sollten detaillierte Angaben enthalten: den Lobbyisten, das Datum des Engagements, den Empfänger, die Methode der Kontaktaufnahme, das spezifische Gesetz oder die Politik, die Zielsetzung, den vertretenen Auftraggeber sowie die Finanzierung der Organisation.
Die Vorschläge wurden von führenden Organisationen begrüßt, die eine gerechtere Wettbewerbslandschaft forderten. Experten sahen in der Einführung eines umfassenden Register eine Möglichkeit, die fehlende Transparenz zu beheben. Sie befürchteten, dass die öffentliche Meinung gegenüber Westminster durch eine andauernde Reihe von Lobbying-Skandalen geschwächt worden war. Sie betonten, dass die Öffentlichkeit die Möglichkeit benötigte, zu sehen, wer die politische Entscheidungsfindung beeinflusste, um das Vertrauen in die Demokratie zu stärken.