Donald Trump verkündete am Donnerstag eine Einigung für die „vollständige Entwaffnung“ der Hamas in Gaza. Er bezeichnete diesen Schritt als entscheidend für die Etablierung einer neuen palästinensischen Regierung in Gaza, welche eng mit dem Rat des Friedens zusammenarbeiten sollte, um dem palästinensischen Volk zu helfen. Israel erlangt damit die Sicherheit, die es verdient, da Gaza nicht länger als Basis für Terrorangriffe genutzt werden konnte. Die Hamas und Israel gaben auf die Anfrage zur Stellungnahme zu Trumps Beitrag nicht unmittelbar eine Antwort.
Quellen aus den Verhandlungen berichteten Reuters am Donnerstag, dass Fortschritte erzielt worden waren, doch die Durchsetzung der Einigung blieb ungewiss. Ein israelischer Beamter erklärte, dass die vorgeschlagenen Bedingungen nicht zufriedenstellend seien. Er forderte die vollständige Entwaffnung der Hamas, einschließlich der Entfernung von Waffen aus Gaza und der vollständigen Demilitarisierung des Streifens als Voraussetzung für jeglichen Prozess. Der Beamte fügte hinzu, dass der diskutierte Plan diese Forderungen nicht zufriedenstellend beantwortete und Israel seine Einwände äußerte.
Die Hamas-Führer hielten Gespräche mit Vermittlern aus Ägypten, Katar und der Türkei über die zweite Phase von Trumps Gaza-Plan, wie sie ihnen vom Rat des Friedens präsentiert wurde, welcher die Umsetzung überwachte. Ein Hamas-Beamter erklärte am Donnerstag, die Gruppe habe eine „positive und gute“ Antwort gegeben, sprach jedoch keine Zustimmung zur vollständigen Entwaffnung aus, ein zentraler Streitpunkt der Verhandlungen über die letzten vier Monate.
Die Roadmap, die in Kairo diskutiert wurde, sah auch eine schrittweise Übertragung der Autorität an das von den Vereinigten Staaten unterstützte Nationale Komitee für die Verwaltung von Gaza (NCAG) vor. Dies geschah nach dem Prinzip „eine Autorität, ein Gesetz, eine Waffe“. Der Plan umfasste die Eliminierung von Tunneln, Waffenlagern und Waffenproduktionsstätten. Der Diplomat beschrieb die Roadmap als auf gegenseitigen Schritten statt auf Vertrauen aufgebaut. Die Realität vor Ort in Gaza blieb jedoch weit von dieser Roadmap entfernt.
Israelische Angriffe töteten am Donnerstag mindestens sechs Palästinenser in Gaza, darunter zwei Kinder, berichteten lokale Mediziner. Die israelische Armee erweiterte ihre militärische Besatzung von Gaza fort, wobei Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte, Israel wolle den kontrollierten Bereich auf 70 Prozent des Territoriums ausdehnen. Es blieb unklar, wie viele Truppen für die geplante Internationale Stabilisierungsstyrke zur Verfügung standen und ob israelische Truppen aus dem Gebiet abzogen.