Präsident Donald Trump bestätigte, dass er FIFA aufgefordert hatte, die Einwurfsstrafe des US-Stürmers Folarin Balogun beim Weltcup zu überprüfen. Trump erklärte, dass er die Entscheidung des Weltverbandes für die Sperre als richtig erachtet habe und betonte, dass die Umsetzung der Maßnahme dem Turnier einen „großen Makel“ hinterlassen würde. Balogun, 25 Jahre alt, wurde nach einer roten Karte gegen einen Verteidiger von Bosnien-Herzegowina für eine einzelne Spielunterbrechung gesperrt. Die FIFA traf jedoch die überraschende Entscheidung, die automatische einmonatige Sperre für zwölf Monate aufzuheben und dem Stürmer die Möglichkeit zu geben, das Spiel in Seattle zu absolvieren.
Während seiner Ansprache am Weißen Haus äußerte Trump, dass er FIFA Präsident Gianni Infantino kontaktiert hatte, aber lediglich um eine Überprüfung der Entscheidung bat. Er erklärte, dass er nicht mitgeteilt hatte, dass er die Sperre aufheben lassen wollte. Trump äußerte seine Ansicht zur Entscheidung des Schiedsrichters Raphael Claus als „schrecklich“ und bezeichnete den brasilianischen Spieler als „etwas fragwürdig“. Er meinte, dass die Entscheidung der Kommission, die die Maßnahme ergriff, die korrekte gewesen sei.
Die Royal Belgian Football Association zeigte sich über die Entscheidung der FIFA „erstaunt“. Die Belgische Fußball-Assoziation äußerte tiefe Besorgnis über den Verlauf der Ereignisse und versprach, die Grundsätze der Ethik und des fairen Wettbewerbs verteidigen zu wollen. Gleichzeitig sah der englische Trainer Thomas Tuchel die Regelung als gefährlichen Präzedenzfall. Er stellte die Frage, wo die Grenze zwischen den Entscheidungen zu ziehen sei und ob man bei einer gelben Karte nicht auch eine gelbe Karte annehmen dürfe.
Die UEFA, die Dachorganisation des europäischen Fußballs, erklärte, dass das Eingreifen zur effektiven Aufhebung einer Sperre bei einem Turnier „eine rote Linie überschritten“ habe. Nur ein einziger Spieler entging bisher einer Sperre bei den 189 roten Karten des Weltcups, und dies geschah bei Garrincha aus Brasilien im Jahr 1962, lange bevor automatische Sperren existierten. Die Debatte um die Integrität des Spiels und die Grenzen der Disziplin wurden somit neu entfacht.