Der Sondergesandte der Vereinigten Staaten für Grönland, Jeff Landry, begann seine erste Reise auf die arktische Insel in Nuuk, um Beziehungen aufzubauen und Verbündete zu gewinnen. Landry erklärte nach seiner Ankunft am Montag, er sei lediglich dort gewesen, um Kontakte zu knüpfen, zuzuhören und zu lernen. Diese Reise fand inmitten einer angespannten diplomatischen Lage statt, die durch die Drohungen des US-Präsidenten ausgelöst worden war, Grönland mit Gewalt zu übernehmen. Die Botschaft des Gesandten kollidierte mit der Haltung der grönländischen Regierung, die ihre Souveränität vehement verteidigte.
Die Besuche des Gesandten stießen auf Widerstand. Der grönländische Premierminister Jens-Frederik Nielsen betonte, dass das Land “nicht zum Verkauf stehe”, und einige Grönländer schenkten Landry die kalte Schulter. Die diplomatische Krise entstand, als die Vereinigten Staaten die Kontrolle über das semi-autonome Gebiet Dänemarks anstrebten. Während Landry eine Goodwill-Mission propagierte, fand seine Ankunft ohne offizielle Einladung statt, was die Sensibilität der Situation unterstrich.
Im Zuge der Bemühungen, die Krise zu lösen, besprach Landry sich mit dem Premierminister Nielsen. Der Premierminister betonte zwar den “guten Ton” des Treffens, betonte jedoch gleichzeitig, dass keine parallelen Diskussionen stattfanden, während die obersten Verhandlungen fortgesetzt wurden. Der grönländische Außenminister Mute Egede äußerte zudem die Ansicht, dass die USA ihre Ziele bezüglich der Eroberung des Territoriums nicht aufgegeben hätten. Er erklärte, dass die amerikanischen Ausgangspunkte unverändert blieben. Dies verdeutlichte die anhaltende Kluft zwischen den Interessen Washingtons und den Forderungen Grönlands.
Die Mission sah sich zudem mit kontroversen Elementen konfrontiert. Ein amerikanischer Arzt bot sich an, die medizinischen Bedürfnisse Grönlands zu beurteilen, eine Maßnahme, die der grönländische Gesundheitsminister Anna Wangenheim als “zutiefst problematisch” verurteilte. Auch das Angebot einer US-Krankenstation wurde von der grönländischen Führung entschieden abgelehnt. Landry äußerte sich später darüber, dass die Taktik geändert worden sei: Es ging nun darum, Menschen zu befreunden, anstatt sie zu zwingen.
Dennoch wirkte der Druck der Vereinigten Staaten auf die 57.000 Einwohner Grönlands erheblich. Die grönländische Geschäftswelt sah die Zeit als unpassend an, da die Bedrohung durch die USA erst vor Kurzem spürbar geworden war. Experten äußerten Bedenken hinsichtlich der Strategie des Gesandten, der versucht hatte, die Diplomatie zu umgehen. Die anhaltende Misstrauensstimmung zwischen den Akteuren machte die Überzeugung der Grönländer zu einer schwierigen Aufgabe.