Donald Trumps Migrationspolitik richtete sich maßgeblich gegen Menschen aus jenen Ländern, die am stärksten von durch den Klimawandel verursachten Katastrophen betroffen waren. Eine Analyse des Guardian zeigte, dass zwanzig zwei der neununddreißig Länder, denen die US-Einreise vollständig oder teilweise verboten wurde, zu den am stärksten gefährdeten Nationen der Welt hinsichtlich klimatischer Auswirkungen gehörten.
Während die Trump-Administration Politik zur Förderung von fossilen Brennstoffen verfolgte, wurden Millionen von Menschen gezwungen, ihre Heimatländer zu verlassen. Stürme, Überschwemmungen und Dürren, die durch die Klimakrise verschärft wurden, führten zu massiver Vertreibung. Die Analyse stützte sich auf Daten der Notre Dame Global Adaptation Initiative, welche die Anfälligkeit von Jurisdiktionen gegenüber der Klimakrise bewertete.
Fast alle der am stärksten gefährdeten Staaten befanden sich unter einem Verbot oder einer Visapause. Immigranten aus Tschad und Niger, die laut dem Index die klimasensibelsten Länder der Welt waren, wurden vollständig von der Einreise in die USA ausgeschlossen. Ebenso wurden Menschen aus Sudan, Somalia und Sierra Leone, die ebenfalls als besonders exponiert galten, verbannt. Honduras befand sich unter den am stärksten gefährdeten Ländern, da das Land in jüngster Zeit stärkeren Regenfällen, Dürren, Überschwemmungen und Küstenerosionen ausgesetzt war.
Die Verhängung von Einreisebeschränkungen erschwerte es Menschen wie Evelyn, die nach einer Katastrophe flohen, den Weg in die USA. Evelyn erinnerte sich an die Zerstörung ihres Zuhauses nach dem Hurrikan Mitch im Jahr 1998 und die Notwendigkeit, in die USA zu fliehen. Die zunehmende Blockade von Asyl- und Statusverfahren machte die Flucht noch schwieriger und verhinderte die Unterstützung für die Heimatländer.
Die US-Regierung versuchte zudem, den temporären Schutzstatus für Menschen aus Honduras und zwölf weiteren Ländern zu beenden, von denen die Hälfte als besonders klimasensibel eingestuft wurde. Das Oberste Gericht der USA erwog nun eine Berufung gegen die Aufhebung des Status für Menschen aus Syrien und Haiti, die jüngste Dürren und Hurrikane sowie gewaltsame Unruhen erlitten. Diese Fälle verdeutlichten die Unsicherheit bezüglich des Schutzes durch den temporären Status.
Die Vereinten Nationen schätzten, dass die Klimaveränderungen über das letzte Jahrzehnt 250 Millionen Menschen weltweit vertrieben hatten, was einer täglichen Verdrängung von 70.000 Menschen entsprach. Experten bestätigten, dass eine wachsende Gruppe von sogenannten „Klimaflüchtlingen“ floh, doch es existierten keine offiziellen Wege, um diesen Schutz zu erlangen. Weder das US-Recht noch die UN-Flüchtlingskonvention erkannten Umweltkatastrophen als Grund für Schutz in einem anderen Land.
Die Trump-Administration lehnte jegliches Handeln gegen die Klimakrise ab und forderte die Welt auf, bei fossilen Brennstoffen zu bleiben. Gleichzeitig wurden Hilfsprogramme für Entwicklungsländer gestrichen, was die Auswirkungen des Klimawandels verschärfte. Experten befürchteten, dass diese Maßnahmen die Vertreibung erhöhten und die Möglichkeit für Menschen, Schutz zu suchen, weiter verringerten. Die Aussicht auf einen neuen Migrationsrahmen erschien angesichts der aktuellen politischen Lage düster.