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Politik

Trump griff Massie an: Die interne Kämpfe der Republikaner

Der Kampf um die Macht innerhalb der Partei zeigte die Grenzen von Trumps Einfluss

Donald Trump führte am Sonntag ein direktes Duell gegen Thomas Massie, einen kongresspolitischen Vertreter aus Kentucky, der in den republikanischen Primärwahlen kämpfte. Innerhalb von acht Stunden nutzte der Präsident Truth Social, um Massie anzugreifen, einen der wenigen hochrangigen Republikaner, die sich gegen ihn stellten. Trump bezeichnete Massie als „den schlimmsten und unzuverlässigsten Kongressvertreter in der Geschichte unseres Landes“ und rief die künftigen Wähler auf, „den Versager am Dienstag abzustrafen“.

Massie stellte sich als stetiges Hindernis für Trumps Agenda dar. Er stimmte gegen Trumps Schlüsselgesetze zur Steuer- und Ausgabenreduzierung und half dadurch, die Justizbehörde zu zwingen, die Jeffrey Epstein-Unterlagen freizugeben. Zudem forderte er eine richterliche Kontrolle über die militärischen Aktionen in Venezuela und Iran. Er sah sich nun einem heftigen Primärkampf gegen seinen von Trump unterstützten Herausforderer Ed Gallrein gegenüber.

Massie zeigte sich jedoch unerschütterlich. Er erklärte gegenüber ABC News, er sei die einzige Person gewesen, die nicht von Trump bedrängt worden war, und betonte, dass er in den Umfragen vorn war. Er sprach von der Verzweiflung der Gegenseite und erklärte, dass dies der Grund sei, warum der Präsident schlaflose Nächte verbringte und über die Angelegenheit tweetete.

Die politische Lage für Massie war jedoch nicht stabil. Eine unabhängige Umfrage der Quantus Insights zeigte, dass Gallrein, ein Landwirt und ehemaliger US-Marineoffizier, mit 48 Prozent zu 43 Prozent gegenüber dem Amtsinhaber stand, wobei acht Prozent unentschieden blieben. Massie behauptete, er sei durch die Unterstützung von Anti-Abortion- und Waffenrechtsgruppen im Bundesstaat sowie durch Millionen von Spenden von Basiswählern gestärkt worden. Im Gegensatz dazu verdammte er superreiche Spender wie Miriam Adelson und Paul Singer sowie die sogenannte „Israelische Lobby“ vor, Kentucky mit Geld zu bombardieren, um ihn zu verdrängen.

Die vorherrschende politische Strömung galt Trumps Einfluss, da er jegliche autonome Denkweise innerhalb seiner Partei unterdrückte. Als Bestrafung für seine Stimmabgabe gegen Trump im Amtsenthebungsverfahren von Januar 6 2021 wurde Bill Cassidy, Senator der Republikaner aus Louisiana, in einer Primärwahl verdrängt. Cassidy erklärte in seiner Kapitulationsrede, dass jene, die versuchen, andere durch die Hebel der Macht zu kontrollieren, sich selbst dienen und nicht dem Volk.

Die Verdrängung von Cassidy reduzierte die Anzahl der Republikanischen Senatoren, die die Amtsenthebung von Trump im Januar 6 2021 unterstützt hatten, auf zwei. Nur Susan Collins und Lisa Murkowski blieben in ihren Wahlkämpfen. Die Auswirkungen von Trumps rigider Kontrolle auf seine Partei zeigten sich auch in den Wirtschaftsdaten. Eine neue Umfrage ergab, dass die Zustimmung zu Trumps Umgang mit der Inflation unter den Republikanern von 74 Prozent im März auf 63 Prozent gesunken war. Diese Kombination aus Trumps Unbeliebtheit und seiner rigiden Kontrolle wurde von Demokraten als große Chance interpretiert. Pete Buttigieg sah eine „große Öffnung für die Demokraten“ und bemerkte, dass die Republikanische Partei weniger um konservative Prinzipien, sondern mehr um eine einzelne Person organisiert war. Dies führte dazu, dass immer extremere Kandidaten in den Wahlen auftauchten, was die Überzeugungsarbeit der Partei erschwerte.

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