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Politik

Trump-Projekt im Fokus: Streit um Auftrag für Lincoln Memorial-Pool

Vergabe eines Auftrags ohne Ausschreibung wirft Fragen zur öffentlichen Verwaltung auf

Donald Trumps Vorhaben zur Wiederherstellung des 2000 Meter langen Spiegelbeckens vor dem Lincoln Memorial in Washington D.C. stieß auf Kritik. Es wurde behauptet, dass ein Auftrag im Wert von 6,9 Millionen Dollar überstürzt an ein Unternehmen vergeben wurde, das bereits zuvor keine Bundesaufträge erhalten hatte. Die New York Times berichtete, dass der Auftrag für die Sanierung des Beckens an Atlantic Industrial Coatings vergeben wurde, obwohl die Firma keine vorherigen staatlichen Aufträge besaß.

Das Spiegelbecken stellt seit seiner Errichtung im Jahr 1922 ein Problem dar, da es anfällig für Verfärbungen durch Algen ist und jährlich große Mengen Wasser verliert. Während der heißen Sommer färbt sich das Wasser grün, und die jährlichen Leckagen von sechzehn Millionen Gallonen Wasser müssen durch die Steuerzahler ersetzt werden. Während die Verwaltung von Barack Obama mehr als 35 Millionen Dollar zur Behebung des Algenproblems aufwandte, wählte die Regierung von Joe Biden die Methode, das Becken jährlich zu entleeren und wieder aufzufüllen.

Trump zeigte großes Interesse an der Klarheit des Beckens, was seine anderen Projekte, wie den Bau eines großen Ballsaals im Weißen Haus, unterstrich. Er äußerte die Hoffnung, das Becken in eine attraktive Farbe zu bringen und wies auf einen Experten hin, der bei der Gestaltung von Schwimmbecken versiert sei. Obwohl Trump ursprünglich eine türkise Färbung vorschlug, entschied man sich letztendlich für ein Blau, das als „amerikanisch“ beschrieben wurde.

Die Vergabe des Auftrags erfolgte unter Verwendung einer Ausnahme von den Vorschriften, die eine Ausschreibung verlangten, um Wettbewerbsangebote zu vermeiden. Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte, die Renovierung werde mit „Trump-Tempo“ abgeschlossen, um das Wahrzeichen vor den 250-jährigen Jubiläen zu restaurieren. Kritiker bemängelten zudem, dass die Veränderungen ein geheimes Projekt wurden, bei dem Freunde und Geschäftspartner des Präsidenten ohne öffentliche Kontrolle belohnt wurden.

Experten betonten, dass die bloße Farbänderung keine dauerhafte Lösung für die grundlegenden Probleme biete. Ein Vorsitzender des Wasserwirtschaftsrates stellte fest, dass die Bemalung das Kernproblem der mangelhaften Filteranlage nicht beheben könne. Er merkte an, dass die jüngsten Besuche des Präsidenten im Motorzug die Leckagen möglicherweise verschärft hätten und eine sofortige Inspektion erforderlich gewesen wäre.

Washington D.C.SpiegelbeckenTrump-Projektöffentliche Verwaltung

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