Donald Trump verkündete am Sonntag, dass Will Scharf, der die Genehmigung für das 400-Millionen-Dollar-Ballsaal des Weißen Hauses ermöglicht hatte, zum Rechtsberater und Assistent des Präsidenten ernannt wurde. Scharf trat am 1. September in diese neue Funktion ein und ersetzte David Warrington, der die Verwaltung verließ, um in den Privatsektor zu wechseln. Warrington hatte zuvor als persönlicher Berater und Anwalt für Trumps 2024er Wahlkampagne gedient.
Trump betonte, dass Scharf zuvor als Bundesstaatsanwalt gedient hatte und ihn in mehreren Verfahren, darunter vor dem Obersten Gerichtshof, vertreten hatte. Scharf leitete zudem die Nationale Planungskommission, welche den Bau des Ballsaals des Weißen Hauses genehmigte. Der Präsident lobte Scharf auf Truth Social und erklärte: „Will ist stark, fähig und klug! Er liebt unser Land und respektiert das Gesetz. Will Scharf wird eine großartige Arbeit als Rechtsberater des Weißen Hauses leisten!“
Dieser Wechsel in der Rechtsabteilung des Weißen Hauses erfolgte an einem kritischen Punkt. Nur wenige Monate vor den Präsidentschaftswahlen kämpfte Trumps republikanische Partei darum, die Kontrolle über den Kongress zu behalten. Demokraten hatten versprochen, Untersuchungen gegen Trump und seine Verwaltung einzuleiten, falls diese in November erfolgreich waren.
Die Aufgabe des Rechtsberaters des Weißen Hauses bestand darin, rechtliche und politische Fragen in Bezug auf die Präsidentschaft zu beraten. Diese Abteilung fungierte als primärer Kontakt des Weißen Hauses für das Justizministerium und verwaltete Präsidialamtierungen, arbeitete an Justizbenennungen und überprüfte Gesetze. Die Abteilung half auch bei der Untersuchung und Verwaltung von Kongressuntersuchungen sowie bei Klagen gegen den Präsidenten in seiner offiziellen Funktion.
Im Juli 2025 hatte Trump Scharf als Vorsitzenden der Nationalen Planungskommission benannt, einer Exekutivbehörde mit Zuständigkeit für den Bau und die größeren Renovierungen staatlicher Gebäude in der Region. Obwohl die Kommission den Ballsaal im April genehmigt hatte, entschied ein geteiltes Bundesgericht am Freitag, dass der Bau des Projekts gestoppt werden musste, da der Kongress keine Zustimmung erteilt hatte. Trump versprach, beim Obersten Gerichtshof Berufung einzulegen. Das Projekt war bereits weit fortgeschritten und begann, über den Boden des Ostteils des Weißen Hauses emporzuwachsen.