Der Gipfel von Donald Trump und Xi Jinping im Großen Saal des Volkes in Peking präsentierte sich mit äußerlicher Repräsentation. Doch die Begegnung war von einer deutlichen visuellen Asymmetrie geprägt: Es fehlten Frauen aus beiden Delegationen, was von Beobachtern als unverkennbares Zeichen patriarchalischer Macht interpretiert wurde. Eine Professorin der Wirtschaft an der Harvard University äußerte sich dazu kritisch und bezeichnete das Treffen als „ein Gemälde des Endes der Meritokratie: ein Treffen der beiden größten Volkswirtschaften und keine einzige Frau am Tisch“.
Der US-Präsident verbrachte den ersten Tag in Peking in einer Atmosphäre rigider Inszenierung. Er zeigte sich in einer Weise, die von einer autoritären Verlockung geprägt war, und seine Worte über die chinesische Führung spiegelten eine komplexe Dynamik wider. Trump erklärte, dass Xi Jinping auf die Erfolge der US-Administration im Zeitraum der letzten sechzehn Monate verwies, während er gleichzeitig betonte, dass die Vereinigten Staaten nun die „heißeste Nation“ der Welt seien. Diese Äußerungen setzten die diplomatische Stimmung in eine ungewöhnliche Richtung.
Die zentrale Besorgnis des Gipfels betraf die Taiwan-Frage. Xi Jinping warnte Trump explizit davor, dass ein Fehlmanagement dieser Angelegenheit die Beziehungen zwischen China und den Vereinigten Staaten in eine „sehr gefährliche Lage“ bringen könne. Xi betonte, dass die Taiwan-Frage das wichtigste Thema in den sino-amerikanischen Beziehungen sei. Der US-Außenminister Marco Rubio bestätigte, dass die US-Politik bezüglich Taiwan unverändert blieb, und betonte die Notwendigkeit einer konsistenten Haltung.
Zusätzlich wurden strategische Themen behandelt. Es wurde diskutiert, wie Washington die Freilassung des inhaftierten Medienmoguls Jimmy Lai und anderer Aktivisten fordern konnte. Zudem thematisierten die Gespräche die Möglichkeit, China dazu zu bewegen, eine Vereinbarung mit dem Iran zu treffen, um einen Krieg zu beenden, der bei amerikanischen Wählern unpopulär war. Die Gespräche beinhalteten auch die gemeinsamen Bestrebungen der Führer, den Hormus-Straße wieder zu öffnen und Xi’s Interesse am Kauf von US-Öl zur Reduzierung der Abhängigkeit Chinas von Mittleröstlichen Lieferungen.
Der Gipfel zielte darauf ab, einen fragilen Handelsfrieden zu wahren, der bei der letzten Begegnung im Oktober geschlossen worden war. Trump versprach Xi eine „fantastische gemeinsame Zukunft“ zwischen den beiden Ländern. Die Begegnung diente somit nicht nur dem Abschluss von Geschäftsabschlüssen, sondern auch der Abgabe einer klaren Warnung, dass die Handhabung der Taiwan-Frage die sino-amerikanischen Beziehungen gefährden konnte.