Donald Trump äußerte seine jüngsten Aussagen zum Iran und den Chancen eines Verhandlungserfolgs als ernst zu betrachten. Diese Äußerungen tätigte er auf dem NATO-Gipfel in der Türkei. Er bezeichnete den Iran als „Schandfresser“ und „kranke Menschen“, warnte vor der nuklearen Nutzung und erklärte, dass es seine letzte Worte zu diesem Thema seien. Trotz dieser aggressiven Rhetorik erkannte er, dass Verhandlungen die einzige verbleibende Option darstellten. Er implizierte, dass die Vereinigten Staaten versuchten, das iranische Regime zu zerstören, jedoch scheiterten sie in diesem Ziel.
Die Fähigkeit der Vereinigten Staaten, den Iran militärisch zu treffen und erheblichen Schaden anzurichten, war unbestritten. Was jedoch nicht gelingt, war die Zerschlagung des Willens des Regimes, seine fundamentalen Forderungen zurückzuziehen. Im Zentrum der Konflikte stand die Kontrolle über den Hormus-Strait. Diese Wasserstraße kontrollierte den Transport globaler Güter, darunter ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasversorgung, was dem Iran eine entscheidende wirtschaftliche Hebelwirkung verlieh. Das Regime bestand darauf, diese Kontrolle zu behalten.
Der Iran bereitete sich darauf vor, das Memorandum of Understanding (MOU) zu riskieren. Dieses Dokument enthielt potenzielle Zugeständnisse für den Iran, doch das Regime wollte damit signalisieren, dass es keine Rückkehr mehr in die frühere Situation akzeptierte. Es war bereit, auf einen anhaltenden Krieg zu setzen, um seine strategischen Rechte im Strait zu schützen. Die Todesrituale des Obersten Führers, der durch den Konflikt gestorben war, zeigten, dass das islamische Regime eine starke Kernunterstützung besaß.
Mediatoren beschrieben die aktuelle Atmosphäre als äußerst angespannt. Die jüngsten Ereignisse bildeten einen schrecklichen Hintergrund für Gespräche zwischen den beiden Mächten, die kein gegenseitiges Vertrauen in die Einhaltung von Zusagen besaßen. Ein erzielter Deal hätte die Durchfahrt der Schifffahrt durch den Strait ermöglichen müssen. Dies erforderte ein umfassenderes Abkommen, das die Freigabe iranischer Vermögenswerte im Ausland sowie die Anerkennung der iranischen Autorität über den Strait beinhaltete.
Im Gegenzug verlangte der Iran Einschränkungen bei der Urananreicherung und die Rückkehr von UN-Kerninspektoren. Zudem musste der Iran die Bestände an „nuklearem Staub“ – d.h. bereits angereicherten Uran – erklären. Die jüngsten Ereignisse zeigten jedoch, wie schwierig diese Bedingungen seien und wie hart der Weg zu einem Kompromiss war.