Der Präsident der Demokratischen Republik Kongo, Félix Tshisekedi, äußerte die Möglichkeit, eine dritte Amtszeit anzustreben, sollte die Bevölkerung dies wünschen. Er betonte jedoch, dass jede Verlängerung seiner Präsidentschaft nur durch ein Referendum erfolgen könne, da die Verfassung maximal zwei Amtszeiten vorsieht. Tshisekedi erklärte, er habe keine dritte Amtszeit beantragt, müsse aber akzeptieren, wenn die Wähler dies fordern. Diese Haltung folgt auf Vorwürfe von Oppositionsgruppen, dass er versucht, seine Machtposition über die gesetzlichen Grenzen hinaus zu festigen.
Die Durchführung von Wahlen sei aufgrund des anhaltenden Konflikts im Osten des Landes gefährdet. Rebellen der M23 kontrollierten in jüngster Zeit weite Teile des Nord- und Südkivu-Gebiets, darunter wichtige Städte wie Goma und Bukavu. Tshisekedi betonte, dass eine Organisation der Abstimmungen ohne die Kontrolle dieser Regionen nicht möglich sei. Er erklärte, dass die Termine für die Wahlen direkt von der Geschwindigkeit der Konfliktlösung abhängen würden, und warnte, dass Wahlen im Jahr 2028 nicht stattfinden könnten, falls der Krieg nicht beendet werde.
Die kongolesischen Streitkräfte kämpfen seit Jahren gegen die M23-Rebellen sowie gegen andere lokale bewaffnete Gruppen im Osten des Landes. Die M23 wird von Nachbarstaaten unterstützt, was zu einer komplexen internationalen Dynamik führt. Während die Republik Kongo den diplomatischen Weg zur Wiederherstellung des Friedens priorisierte, machte Tshisekedi den Staat Ruanda für die Behinderung des Fortschritts verantwortlich. Er beschuldigte die Nachbarrepublik, von den reichen Mineralien des Kongo zu profitieren und die Umsetzung des in Washington unterzeichneten Friedensabkommens zu verzögern.
Zusätzlich thematisierte der Präsident die jüngsten Sanktionen der Vereinigten Staaten gegen seinen Vorgänger. Tshisekedi bezeichnete die aktuelle Lage als „echtes Durcheinander“ und beklagte, dass ehemalige Architekten demokratischer Veränderungen nun „Gräber“ seien. Ein Gesetzesentwurf zur Organisation eines Referendums wurde im März in den Parlamentsraum eingebracht. Kritiker sahen diesen Versuch als kalkuliertes Manöver, um die Termingrenzen für den Präsidenten zu umgehen, während Befürworter den Entwurf als Stärkung der Demokratie interpretierten.