Eine Kreuzfahrt, die 2.000 Personen mit sexueller Vielfalt aufnahm und die Broadway-Darstellerin Patti LuPone begleitete, wurde von türkischen Behörden verweigert. Die Behörden gaben an, dass das Verhalten der Gruppe nicht mit der Struktur der Gesellschaft und den moralischen Werten des Landes übereinstimmte. Das Schiff, die Scarlet Lady der Virgin Voyages, segelte von Athen aus und sollte in Kuşadası und Istanbul anlegen. Die Ankunft wurde nach öffentlicher Besorgnis und der Veröffentlichung einer Erklärung durch die lokalen Stellen gestoppt.
Die Entscheidung erfolgte, weil die Kreuzfahrt von Atlantis, einem US-Unternehmen, organisiert wurde, das Reisen für die LGBTQ+-Gemeinschaft anbot. Der Präsident und Geschäftsführer von Atlantis Events erklärte, dass dies das erste Mal sei, dass die Firma aktiv darüber informiert wurde, dass sie aufgrund ihrer Identität nicht in bestimmten Häfen anlegen durften. Er äußerte seine Enttäuschung über die selektive Auswahl von Touristen durch die Regierung.
Patti LuPone äußerte sich schockiert über die Nachricht. Sie erklärte, dass das Schiff, das voller Männer war, von der Einreise verbannt wurde. Sie zeigte sich wütend, betonte jedoch, dass sie die Reise fortsetzte und für alle auf dem Schiff präsent sei. Sie forderte eine bessere Behandlung für die Passagiere.
Rich Campbell, der Geschäftsführer von Atlantis Events, zeigte sich überrascht über die Entscheidung. Er betonte, dass die Kreuzfahrt selbst keine politische oder organisatorische Demonstration darstellte. Er erklärte, dass das Schiff bei Ankunft wie jedes andere Erscheinung sei. Er verwies darauf, dass die Homosexualität in der Türkei zwar nicht kriminalisiert war, die Homophobie jedoch weit verbreitet war. Der Präsident Recep Tayyip Erdoğan beschrieb LGBTQ+-Personen regelmäßig als Bedrohung für die traditionelle Familie.
Die Situation erinnerte an frühere Vorfälle. Bereits im Jahr 2000 entschuldigte sich das damalige Tourismusministerium, nachdem die Polizei über 800 gleichgeschlechtliche Touristen von einer Kreuzfahrt in Kuşadası ferngehalten hatte. Istanbul Pride wurde seit 2015 von der konservativen Regierung verboten. Die türkische Regierung kommentierte die Entscheidung noch nicht.