Tyson Foods schloss oder verkaufte drei Rindfleischanlagen, da der anhaltende Mangel an Rindfleisch die Gewinnmargen stark belastete. Das Unternehmen meldete die Schließung seiner Anlage in Joslin in Illinois sowie der case-ready-Anlage in Eagle Mountain in Utah. Zudem suchte Tyson einen Käufer für seine Fleischanlage in Pasco in Washington. Diese Konsolidierung folgte auf einen operativen Verlust von 138 Millionen Dollar in der Rindfleischsparte, wie es in den jüngsten Quartalsberichten berichtet wurde.
Die Unternehmensführung merkte an, dass frühere Kostensenkungsmaßnahmen, darunter die Schließung einer großen Verarbeitungsanlage in Lexington in Nebraska im vergangenen Herbst, nicht ausreichten, um die steigenden Kosten auszugleichen. Mitarbeiter, die in der Joslin-Anlage arbeiteten, erlebten die Konsequenzen direkt. Marydel Lewis, die in der Anlage tätig war, berichtete, dass sie im Oktober ihre Arbeitsplätze verloren. Die Schließung der Anlage in Illinois verursachte voraussichtlich etwa 2.500 Arbeitsplatzverluste für Gewerkschaftsmitglieder, während in der Anlage in Utah über 7.000 Beschäftigte Arbeitsplätze verloren.
Der Druck auf die Branche resultierte auch aus den hohen Großhandelspreisen, welche die Preise für rohes Rindfleisch auf Rekordniveau trieben. Im April erreichten die Durchschnittspreise 9,64 Dollar pro Pfund, laut der American Farm Bureau Federation. Dieser Preisdruck dämpfte die Nachfrage signifikant. Die gesamten Verkaufszahlen des Fleischhandels in den Vereinigten Staaten sanken im Juni um 2,3 Prozent, da die preisbewussten Verbraucher ihre Einkäufe reduzierten.
Um die Produktionskapazitäten zu sichern, plante Tyson die Produktion über sein verbleibendes Netzwerk zu verlagern. Das Unternehmen reaktivierte eine zweite Schicht in seiner Anlage in Amarillo in Texas, wo zuvor bereits etwa 1.760 Arbeitsplätze bei einer früheren Konsolidierung reduziert worden waren. Zukünftig sah sich Tyson damit, seine Hauptverarbeitungsorganisationen in drei zentralen US-Standorten zu verankern: Amarillo in Texas, Holcomb in Kansas und Dakota City in Nebraska.
Die Bestände an US-Rindfleisch sanken aufgrund anhaltender wirtschaftlicher und klimatischer Herausforderungen auf multi-dekadische Tiefststände, wie das USDA berichtete. Die Versorgungssorgen wurden zusätzlich durch das Wiederaufflammen des New World Screwworms verschärft, ein fleischfressender Parasit, der den Import von Live-Rindfleisch aus Mexiko einschränkte. Der CEO von Tyson, Donnie King, betonte in einem Quartalsgespräch, dass aktuelle Handelsanpassungen an der südlichen Grenze die derzeitigen innerstaatlichen Angebotsdefizite nicht vollständig kompensierten.