Die Datenschutzbehörde leitete eine Untersuchung gegen ein Kamera-basiertes System zur Überwachung von Patienten in ihren Schlafzimmern ein. Dieses System nutzten 40 Prozent der psychiatrischen Kliniken im Gesundheitsdienst, woraufhin Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes aufkamen. Patienten und Angehörige beschrieben die Überwachung als beunruhigend und als Form der heimlichen Beobachtung. Eine betroffene Mutter beklagte, dass das System zur Paranoia ihrer Tochter beitrug, bevor diese Suizid beging.
Das Unternehmen, das die Technologie entwickelte, erklärte, dass das System die Sicherheit der Patienten erhöhte und die Zeit des medizinischen Personals freigab. Juristen der Kampagne Stop Oxevision forderten die Aufsichtsbehörde auf, die Rechtmäßigkeit der Erfassung, Verarbeitung und Speicherung der Patientendaten, einschliesslich der Videoaufnahmen, zu prüfen. Sie betonten, dass ein Patientenzimmer im Krankenhaus als Zufluchtsort für Pflege und Behandlung dienen müsse, in dem die Privatsphäre respektiert wurde.
Es wurde argumentiert, dass Organisationen eine klare rechtliche Grundlage für die Erhebung und Verarbeitung von Patientendaten liefern mussten. Wenn die Einwilligung zur Grundlage diente, musste diese ordnungsgemäss eingeholt, freiwillig erteilt und jederzeit widerrufbar gewesen sein. Die Behörde bestätigte, dass sie eine Untersuchung gegen das Unternehmen leitete, das sich unter dem Namen LIO neu benannt hatte, und versprach keine weiteren Stellungnahmen.
Die Technologie stand im Fokus der Untersuchung im Rahmen der Ermittlungen zur Todesfällen von Tausenden von psychiatrischen Patienten in Essex. Sophie Alderman, eine Patientin mit einer Vorgeschichte schwerer psychischer Erkrankungen und Selbstverletzung, starb im August 2022 im Rochford Hospital in Essex, während sie von Oxevision überwacht wurde. Ihre Mutter berichtete, das System sei invasiv, unsicher und habe die Paranoia ihrer Tochter verstärkt.
Experten kritisierten die Technologie scharf. Sie bemerkten, dass die Nutzung invasiver Technologien wie Oxevision die emotionale Belastung und bestehende Probleme in psychiatrischen Einrichtungen verschärfte. Sie forderten alternative Lösungen, die die Würde und Autonomie der Patienten in den Mittelpunkt stellten. Juristen betonten, dass die Nutzung von Überwachung für Patienten mit psychischen Problemen in ihren Schlafzimmern nicht akzeptabel sei und eine Gefahr darstelle. Sie wiesen darauf hin, dass Assistenzsysteme nicht die Rolle des Personals ersetzen konnten.
Das Unternehmen verteidigte die Technologie, indem es die wichtige Rolle der Technologie bei der Rettung von Leben betonte. Es führte an, dass die Plattform bereits erfolgreich 935 Vergiftungsereignisse und 436 Selbstverletzungsfälle meldete und den Mitarbeitern die notwendige situative Wahrnehmung bereitstellte. Dennoch bekräftigte das Unternehmen, dass absolute Schlafzimmerprivatsphäre in akuten psychiatrischen Settings keine Sicherheit bedeutete, da unüberwachte Räume unmittelbare Risiken für das Leben der Patienten darstellten.