Zusätzliche vertrauliche Gesundheitsakten von Freiwilligen des UK Biobank-Projekts sind auf der chinesischen Plattform Alibaba veröffentlicht worden. Das Gesundheitsministerium erklärte, dass die Regierung bereits mit chinesischen Beamten zusammengearbeitet habe, um weitere Veröffentlichungen auf dem Online-Marktplatz zu unterbinden. Diese Vorfälle haben die Notwendigkeit einer strengeren Überwachung internationaler Datenflüsse verdeutlicht und die Sicherheitsstandards für sensible Forschungsinformationen in Frage gestellt.
Die betroffenen Daten sind zwar als „de-identifiziert“ gekennzeichnet, was bedeutet, dass Namen und genaue Geburtsdaten fehlen. Dennoch besteht ein geringes Risiko der erneuten Identifizierung, da in großen Datensätzen durch Triangulation nahe an einer Identifizierung herangeführt werden kann. Ein früherer Vorfall zeigte bereits die Möglichkeit, einzelne Teilnehmer anhand von Geburtsdaten und operativen Informationen zu re-identifizieren, was die inhärente Gefahr solcher Datensätze unterstreicht.
Das Ministerium der Technologie gab im Zuge der Aufdeckung bekannt, dass etwa eine halbe Million Teilnehmer des UK Biobank-Projekts ihre Gesundheitsdaten auf Alibaba zum Verkauf angeboten hatten. Obwohl die betroffenen Daten inzwischen entfernt wurden und die Behörden keine Verkäufe bestätigen konnten, mahnt dies zur kritischen Reflexion. Es besteht die Sorge, dass die Veröffentlichung solch persönlicher Informationen die Vertrauensbasis der Forschung untergräbt.
Als mutmaßliche Verantwortliche für die Veröffentlichungen wurden drei chinesische Institutionen genannt, deren Forscher hinter den Beiträgen stehen. Experten kritisieren die mangelnde Sorgfalt bei der Handhabung dieser sensiblen Informationen und betonen, dass die Kompromittierung der Datensicherheit ein ernstes Problem darstellt. Es muss sichergestellt werden, dass zukünftig robuste und gesicherte Umgebungen für diese hochsensiblen Forschungsdaten implementiert werden.
Die UK Biobank betont die herausragende Bedeutung ihrer Daten für wissenschaftliche Durchbrüche in den Bereichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Vorhersage von Krankheiten. Gleichzeitig mahnt die Organisation zur Einhaltung strengerer Protokolle, um die Risiken zukünftiger Datenlecks vollständig zu eliminieren und die Rechte der Teilnehmer zu schützen.