Eine der bedeutendsten Fossilienansammlungen des Vereinigten Königreichs wurde an ein Museum in Abu Dhabi verkauft. Diese Sammlung, die von einem privaten Sammler angehäuft worden war, stellte laut britischen Experten einen Verlust für die Nation dar. Die Sammlung umfasste 318 Exemplare, darunter Ichthyosaurier, Fische und Krustentiere, einige davon könnten neue Arten darstellen.
Die Funde wurden zunächst zum Kauf angeboten, beispielsweise dem Natural History Museum in London und dem Museum Wales. Beide Institutionen lehnten das Angebot ab und begründeten dies mit mangelnden Mitteln für die Akquisitionen. Ein E-Mail, das der Zeitung vorlag, deutete darauf hin, dass das Natural History Museum keinerlei finanzielle Mittel für solche Anschaffungen besaß.
Ein Kurator äußerte Bedenken hinsichtlich der Lagerkapazitäten, der notwendigen kuratorischen Zeit und der Verpackungsmaterialien. Er betonte, dass die Sammler ihre Arbeit nicht ewig aufbewahren konnten und stellte die Frage nach der Verantwortung für die Finanzierung des kulturellen Erbes. Andernfalls könne dieses Erbe verloren gehen.
Die umfangreiche Sammlung stammte aus Gesteinen der Unteren Lias, die in der Regionen Lyme Regis, Charmouth und dem Südwesten des Vereinigten Königreichs gefunden wurden. Die Sammlung wurde von Chris Moore, einem privaten Sammler aus Dorset, zusammengestellt. Richard Butler, ein Paläobiologe der Universität Birmingham, bezeichnete die Sammlung als von nationaler Bedeutung und betonte, dass sie eine der wichtigsten Fossilienansammlungen der Jurassic Coast in Dorset sei.
Das Natural History Museum Abu Dhabi bestätigte den Erwerb der Sammlung von Moore und stellte fest, dass die Unteren Jura-Gesteine des Vereinigten Königreichs marine Lebensformen aus einer Zeit konservierten, als die Dorsetküste ungefähr die gleiche Breite wie Nordafrika besaß. Ein Sprecher des Museums erklärte, dass Museen weltweit Geschichten erzählen müssten, indem sie ihre Sammlungen räumlich und zeitlich durch die Geschichte begleiteten.
Obwohl die Veräußerung keine gegen geltende Vorschriften verstieß, sah Dr. Erin Maxwell den Verkauf als einen Schlag für das Vereinigte Königreich. Sie argumentierte, dass Fossilien Teil des natürlichen und kulturellen Erbes der Region seien. Sie forderte, dass der Staat das Recht auf Vorrang bei der Erwerbung solcher Sammlungen auf Kostenbasis vor dem Export hätte. Phil Davidson, ein Paläontologe, betonte zudem die Wichtigkeit, dass wissenschaftlich relevante Funde in öffentlichen Sammlungen verblieben, um von internationalen Experten beschrieben werden zu können.