Ein Bericht warnte davor, dass britische Haushalte Klimaanlagen benötigten, um den prognostizierten globalen Erwärmungseffekten standzuhalten. Die Klimaberater der Regierung mahnten, dass Maßnahmen wie das Vorhang schließen oder das Pflanzen von Bäumen zur Schattenbildung nicht ausreichen würden. Die Klimawandelkommission (CCC) veröffentlichte einen umfassenden Bericht über die Anpassung an die Folgen der globalen Erwärmung am Mittwoch.
Die Kommission empfahl die Installation von Klimaanlagen in allen Pflegeheimen und Krankenhäusern innerhalb von zehn Jahren sowie in allen Schulen innerhalb von fünfundzwanzig Jahren. Die Regierung sollte zudem eine Höchsttemperatur für Arbeiten im Freien und drinnen festlegen. Es wurde die Vorbereitung auf eine globale Erwärmung von zwei Grad Celsius bis 2050 gefordert, da Versuche, die Erwärmung auf 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, als unwahrscheinlich erachtet wurden.
Es erwartete sich, dass Hitzewellen bis 2050 in allen Teilen des Vereinigten Königreichs Temperaturen über 40 Grad überschreiten würden. Perioden heißen Wetters würden länger, was jährlich zusätzliche zehntausend hitzebedingte Todesfälle zur Folge hatte. Etwa neun von zehn britischen Haushalten würden wahrscheinlich überhitzen. Julia King, Vorsitzende des Anpassungsausschusses der CCC, betonte, dass extreme Hitze das unmittelbarste Risiko für das Leben darstellte und eine Kühlung in großem Maßstab eingeführt werden müsse.
Die Kosten der Klimakrise belasteten das Vereinigte Königreich jährlich mit rund 60 Milliarden Pfund, was etwa zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts entsprach. Der Bericht stellte fest, dass das Land für ein Klima gebaut worden war, das heute nicht mehr existierte und in Zukunft noch weiter entfernt sein würde. Die Anpassungspläne der nationalen Regierungen erwiesen sich als unzureichend.
Des Weiteren prognostizierte die Kommission eine massive Zunahme von Überschwemmungen und Dürren. Die Flutgefahren für 7-Meter-Immobilien könnten bis 2050 um 40 Prozent steigen, und die Wasserversorgung drohte durch Dürren zu versiegen. Die Kosten für das Nichtstun stiegen auf bis zu 260 Milliarden Pfund pro Jahr. Die Kommission forderte daher, die Bewältigung der Klimakrise und die Reduktion von Treibhausgasemissionen als nationale Sicherheitsfragen zu behandeln.