Das britische Regierung empfand erheblichen Druck aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), weshalb es Informationen über die Unterstützung Äthiopiens für eine genozidale Miliz im Sudan nicht öffentlich machte. Ein parlamentarisches Komitee hörte nun Zeugenaussagen, die auf eine Priorisierung der Beziehungen zu den Emiraten über die Verhinderung von Massenverbrechen in Sudan hindeuteten.
Beamte des Foreign, Commonwealth and Development Office (FCDO) teilten einem amerikanischen Menschenrechtsforscher Details mit, dass der Druck der VAE das britische Parlament daran hinderte, Informationen über die Verbindung zwischen Äthiopien und den Emiraten sowie der Unterstützung der Rapid Support Forces preiszugeben. Die Rolle Äthiopiens im Bürgerkrieg des Sudan wurde erst Anfang dieses Jahres öffentlich, wobei das Land seine Beteiligung weiterhin leugnete.
Im Rahmen der Befragung legte der Zeuge dar, dass die britische Regierung mehr an der Wahrung der Beziehungen zu den Emiraten interessiert war, als an der Abwendung von Massenverbrechen. Er betonte, dass die Bemühungen des britischen Staates zur Verhinderung der Verbrechen in El Fasher versagt hatten. Ein hochrangiger Beamter des FCDO versuchte, die hohen Todeszahlen zu minimieren, was der Zeuge als politischen Charakter darstellte.
Nach dem Fall von El Fasher durch die Rapid Support Forces, die eine achtzehnmonatige Belagerung überstanden hatten, berichtete der Zeuge dem Komitee privat von mindestens sechzigtausend zivilen Opfern. Er erklärte, dass die Schätzung der Todesopfer durch die Rapid Support Forces politisch problematisch für das FCDO gewesen sei. Die Zahlen umfassten nicht die Todesfälle durch Hungersnot oder die Bombardierung der Stadt während der Belagerung.
Die Zeugenaussagen enthüllten zudem, wie britische UN-Mitarbeiter im September 2025 den Mangel an Handlungsmöglichkeiten der Regierung zur Zeit des drohenden Zusammenbruchs der Stadt El Fasher beklagten. Die Analyse verschlüsselter Nachrichten und Telefonprotokolle zeigte, dass die Forschungseinrichtung des Zeugen (HRL) Daten über Mobiltelefone verfolgte, die zwischen Addis Abeba und Gebiete, die von den Rapid Support Forces kontrolliert wurden, zirkulierten.
Ein Telefon bewegte sich innerhalb von vier Stunden von Addis Abeba nach Abu Dhabi, was auf vorsätzliche Versuche hindeutete, die Überwachung zu umgehen. Die FCDO bat den Zeugen, die Analyse dieser Telekommunikationsdaten öffentlich zu machen, was die britische Regierung jedoch aufgrund des Drucks der VAE nicht tat. Der Zeuge bekräftigte, dass die FCDO-Mitarbeiter die Freigabe dieser Daten als Versuch empfanden, die Bemühungen der VAE zu neutralisieren, die britische Verknüpfung mit der Bewaffnung der Rapid Support Forces zu verhindern.