Die britische Regierung verteidigte die Beschlagnahme eines russischen Öltankers der sogenannten „Schattenflotte“ im Englischen Kanal. Diese Maßnahme erfolgte nach einer Drohung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, „in Art und Weise zu reagieren“. Die Operation sah vor, dass Royal Marines Commandos den Tanker Smyrtos abfangen und boarden würden, um den sanktionierten Frachtverkehr zu stören.
Der Kapitän des Schiffes, Ajay Pant, wurde wegen Verstoßes gegen russische Sanktionen angeklagt. Er wurde vorgeworfen, direkt oder indirekt verbotenes russisches Öl geliefert oder versorgt zu haben. Putin kritisierte die westlichen Nationen scharf und bezeichnete solche Maßnahmen als „nichts anderes als Piraterie und Banditenerei“. Er warnte, dass die Reaktion nicht nur in den geplanten Raubzügen erfolgen würde, sondern „überall“, wo er es für notwendig und angemessen erachtete.
Viktor Liina, Kommandeur der pazifischen Flotte Russlands, beschuldigte westliche Staaten wie Großbritannien und Frankreich, eigene „Schattenflotten“ betrieben zu haben. Er betonte, dass Russland die Kapazität besitze, Schiffe unfreundlicher Staaten und deren Schattenflotten zu inspizieren und festzunehmen. Er erklärte, die interinstitutionelle Zusammenarbeit sei vorhanden, um diesen Herausforderungen zu begegnen.
Als Antwort auf Putins Äußerungen erklärte die britische Regierung, dass die Streitkräfte und Strafverfolgungsbeamten Großbritanniens die Smyrtos „vollumfänglich in Übereinstimmung mit dem internationalen Recht“ boarden. Ein Regierungssprecher betonte, dass die britischen Streitkräfte und kommerziellen Schiffe „fest in Linie mit dem internationalen Seerechtsrecht“ operierten. Sie erklärten, dass Großbritannien die Schattenflotten und ihre schädliche maritime Tätigkeit, welche den Krieg Russlands gegen die Ukraine nährte, störte und abschreckte.
Die britische Verteidigungsministeriums erklärte, dass Russland eine Flotte von über 700 Schiffen besaß, welche 75 Prozent des sanktionierten Öls des Landes transportierten. Dieses Öl bildete eine „kritische Lebensader für den Kreml“ zur Aufrechterhaltung des illegalen Krieges. Die Äußerungen Putins erfolgten inmitten einer Intensivierung des Drucks durch die Europäische Union auf die Schattenflotte Russlands.
Die Europäische Union verhängte Sanktionen gegen einzelne Schattenflottenschiffe, die als „Putins dunkle Flotte“ bezeichnet wurden. Bis Mitte August 2026 wurden über 630 Schiffe sanktioniert und durften in EU-Häfen nicht operieren. Mehrere einzelne europäische Staaten nahmen zudem russisch verbundene Schiffe in Besitz oder führten Durchsuchungen durch, wenn Sanktionsverstöße vermutet wurden.