Ukrainische Drohnenangriffe zwangen Russland zur vorübergehenden Einstellung des Schiffsverkehrs im Azow-Meer. Innerhalb weniger Tage zielten ukrainische Drohnen auf neunzig Schiffe, darunter Tanker und Fähren, sowie eine wichtige Ölraffinerie in Syzran. Diese Angriffe führten zur Unterbrechung der Exportrouten und stellten die maritime Logistik Russlands massiv infrage.
Der Chef der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Brovdi, berichtete, dass seine Einheiten über Nacht zehn Tanker und vier Fähren sowie eine Ölraffinerie getroffen hatten. Zudem erfolgten mehrere Angriffe auf Stromverteilungsanlagen in besetztem Krimgebiet. Brovdi bezeichnete die technologische Demütigung des russischen Reiches als fortwährend und prognostizierte, dass die Schattenflotte Moskaus, welche sanktionierte Ölprodukte weltweit transportierte, merklich schrumpfte und den Cherson-Korridor nicht mehr nutzen konnte.
Das Azow-Meer bildete eine lebenswichtige Wasserstraße, welche Russland mit Osteuropa verband. Es besaß entscheidende wirtschaftliche und militärische Bedeutung für Moskau, da es zur Verfrachtung von Öl, Getreide und Stahl auf internationale Märkte diente. Russland unterbrach den Schiffsverkehr durch den Don-Azow-Kanal am Freitag, was den Exportweg über den Cherson- und Bosporus-Korridor effektiv zum Erliegen brachte.
Der ehemalige Verteidigungsminister der Ukraine, Andriy Zagorodnyuk, erklärte, dass das Kreml die Kontrolle über einen „kritischen“ maritimen Korridor verloren hatte. Er betonte, dass die Blockade militärische Schiffe und den Transport von Getreide, das aus besetztem Südukraine gestohlen wurde, durch die Häfen Berdyansk und Mariupol beeinträchtigte. Zagorodnyuk stellte fest, dass das Kaspische Meer keine Verbindung zu den Weltmeeren besaß und zu einem See geworden war, dessen Produkte über diesen Kanal und Fluss transportiert wurden.
Die ukrainischen Angriffe dienten der systematischen Zerstörung russischer Radarsysteme und Luftabwehranlagen. Dies ermöglichte es der Ukraine, eine Reihe verheerender Langstreckenangriffe auf russische Ölraffinerien durchzuführen, darunter eine letzte Attacke in der sibirischen Stadt Omsk. Eine Tanker wurde über Nacht bei der Einfahrt in den Azow-Schiffskanal in Brand gesetzt, und lokale Berichte meldeten zudem zwei große Ölverschmutzungen vor der Küste von Taganrog.
Eine Analyse des Gesamtkonzepts zeigte, dass die Angriffe Teil einer umfassenderen Strategie waren, die darauf abzielte, die Fähigkeit Russlands zur Aufrechterhaltung offensiver Operationen durch die Störung von Logistik, Treibstofflieferungen und Transportinfrastruktur zu mindern. Experten sahen darin eine strategische Neutralisierung Russlands. Die Folge war eine erhebliche Belastung für die Infrastruktur der Krim, die durch Stromausfälle und akute Treibstoffknappheit gekennzeichnet war.