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Politik

Ukraine suchte Drohnenabkommen mit sieben NATO-Staaten

Kyiv boten Expertise und Komponenten an, um ihre Rolle als Verteidigungspartner zu festigen

Ukraine hoffte, bis Jahresende Abkommen für Drohnenlieferungen mit mindestens sieben NATO-Staaten abschliessen zu können. Ein hochrangiger Beamter betonte dabei eine neue Facette der ausländischen Politik Kiews, welche die Fähigkeit demonstrieren sollte, sowohl militärische Ausrüstung als auch Fachwissen zu liefern. In jüngster Zeit schloss Kiew bereits Drohnenabkommen mit sechs Ländern ab. Drei dieser Staaten waren Staaten des Nahen Ostens, die nach dem Beginn des US-Israelischen Konflikts mit dem Iran auf iranische Shahed-Drohnen reagierten. Diese Drohnen hatten die ukrainischen Städte über die letzten vier Jahre unerbittlich angegriffen.

Azerbeid schloss ebenfalls eine Vereinbarung mit Kiew ab, ebenso wie die NATO-Mitglieder Lettland und Litauen. Davyd Aloian, stellvertretender Sekretär des Sicherheitsrates der Ukraine und einer der Verantwortlichen für diese Geschäfte, erklärte, dass die Initiative weit über reine Drohnenlieferungen hinausging. Entscheidend war die Erfahrung und das Wissen sowie der Zugang zu allen Komponenten, die das System in der Ukraine bildeten. Er erläuterte, dass die Drohnen selbst nur ein Teil seien und man für die Abwehr der Shahed-Drohnen nicht nur die Drohnen, sondern auch Subkomponenten, Sensoren, Bodenstationen und vor allem die Radarsysteme benötigte.

Die Drohnendiplomatie begann während des Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, als Teheran Verbündete der USA in der Region angriff. Viele Golfstaaten erwiesen sich als unvorbereitet für die Drohnenbedrohung, obwohl der Iran meist eine weniger hochentwickelte Version der Shahed-Drohnen verwendete als jene, welche Russland in der Ukraine einsetzte. In einigen Fällen nutzten teure Patriot-Raketen, um Shahed-Drohnen niederzuschlagen, obwohl billigere Abfangdrohnen diese Aufgabe erfüllen konnten, sofern sie mit dem erforderlichen Wissen kombiniert wurden.

In der Folge der Angriffe kaufte ein Land in der Region Abfangdrohnen von einem westlichen Unternehmen, das diese in Zusammenarbeit mit ukrainischen Herstellern entwickelt hatte. Kiew erhielt nach der Lieferung wiederholte Bitten um Beratung zur besten Bedienung der Systeme. Drei Golfstaaten – Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar – schlossen Abkommen mit der Ukraine. Kiew bot diesen Ländern eine umfassende Einschätzung der operativen und taktischen Anforderungen, welche die Waffen wirksam machten.

Mike Kofman, Analyst am Carnegie Endowment International Peace, bemerkte, dass die größte Nützlichkeit der Ukraine in der ganzheitlichen Integration lag. Er argumentierte, dass Kiew ein Ökosystem von Produkten zur Organisation der Luftverteidigung oder zur Entwicklung von Schlagdrohnenfähigkeiten bereitstellen konnte. Die Lieferung der Drohnen selbst war noch nicht Teil der Vereinbarungen, da die ukrainische Industrie strengen Kontrollen unterlag und sich auf die Verteidigungsbedürfnisse des Landes konzentrierte.

Aloian erklärte, dass die Fokussierung nun auf NATO-Partner verlagert werde, insbesondere auf jene, die näher an Russland oder der Ukraine lagen und zunehmend auf die Abwehr von Drohnen reagieren mussten. Lettland erlitt im Mai einen politischen Zusammenbruch nach einem Skandal, der begann, nachdem ukrainische Drohnen, die durch russische elektronische Kriegsführung aus der Bahn gerieten, eine Ölspeicheranlage trafen. Kurz darauf schloss Lettland ein Drohnenabkommen mit der Ukraine und kündigte an, dass bald eine gemeinsame Drohnenproduktionsanlage im Osten des Landes eröffnet würde. Auch Litauen, wo Luftabwehrwarnungen nach einem ähnlichen Vorfall ausgelöst wurden, schloss eine Vereinbarung. Aloian sagte, mehrere weitere NATO-Staaten hätten bereits Interesse bekundet und einige Abkommen möglicherweise auf dem Gipfel der NATO-Führer in Ankara unterzeichnet würden. Das Ziel sei es gewesen, bis Jahresende Abkommen mit mindestens sieben NATO-Staaten zu erzielen.

Ambitioser und weniger gesichert waren Kiews Versuche, eine europäische Entsprechung des Patriot-Raketensystems zu entwickeln, das ballistische Raketen gegen russische Raketen verteidigen konnte. Dies stellte den schwächsten Punkt der ukrainischen Luftverteidigung dar, angesichts der Kosten und der Knappheit der von den USA entwickelten Patriot-Systeme. Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, machte die Produktion solch einer Rakete zu einer obersten Priorität. Aloian berichtete, dass Diskussionen auf politischer Ebene und unter großen Waffenunternehmen zwischen europäischen Partnern stattfanden.

Unabhängig vom Schicksal spezifischer Initiativen war klar, dass Europa realisierte, dass es seine eigene Sicherheit mit weniger US-Unterstützung organisieren musste. Dies führte zu der Erkenntnis, dass die Ukraine in die Sicherheitsstrategie integriert werden musste. Die Botschafterin der Ukraine bei der NATO, Alyona Getmanchuk, bemerkte einen grossen Unterschied in der Art und Weise, wie Verbündete über die Ukraine sprachen. Sie stellte fest, dass die Haltung sich gewandelt hatte und dass die Ukraine nun als wichtiger Akteur in der Sicherheitsarchitektur wahrgenommen wurde.

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